Monatsarchiv: Dezember 2009

Fehlinterpretationen

Verbale und nonverbale Kommunikation sind die Grundlagen jeder zwischenmenschlichen Beziehungsarbeit.

Mein eigenes Kommunikatiosverhalten erkennen, es neu definieren und verbessern.

Ausmerzen unproduktiver  und unerfreulicher Kommunikationsmuster.


Klingt alles so fein, bin durchaus auch in der Lage, so etwas in Kursen und workshops auch an andere weiterzugeben.

Nur selber fall ich anscheinend immer wieder auf mich und meine Kommunikationsmuster rein…..

Warum ist miteinander kommunizieren im Alltag oftmals so was von schwierig.

Intention und Interpretation….da liegen oft Welten dazwischen und schon sitzt man wieder drin in der Falle.

Jemand möchte mir etwas mitteilen…gut gemeint….bei mir kommt etwas ganz anderes an, weil in meinem Kopf sich grad was ganz anderes abspielt, weil Informationen nicht zusammenstimmen, weil…hm, ja weil….es gibt wohl noch tausend andere Gründe…und dann ist es passiert, bei mir kommt etwas an, das mich traurig macht, das mich kränkt. Ich versuche  das dem anderen mitzuteilen aber auch bei dem kommt wieder etwas ganz anders an, als von mir intendiert. Ein Wort gibt das andere. Ich versuch dem anderen etwas von mir zu sagen aber der hört wiederum mit seinen Ohren und nimmt wahr, was ihn betrifft aber nicht, was ich eigentlich zum Ausdruck  bringen will und schon ist sie fertig, die unbefriedigende Situation für beide.

Und dann noch unterstützt von modernen Kommunikationsmedien wie SMS und email. Bin ja grundsätzlich schon ein Fan davon, merke aber auch immer wieder, dass diese verkürzten Kommunikationen oft noch mehr Zündstoff bergen.

Miteinander reden, sich dabei sehen, die Stimme des anderen hören….Emotionen wahrnehmen können, weil der Gesichtsausdruck sich verändert oder in den Augen plötzlich das Meer nicht mehr zu sehen ist. Emotionen wahrnehmen können, weil der Klang der Stimme sich verändert, weil zwischen den Zeilen plötzlich etwas mitschwingt….

Mit allen Sinnen miteinander kommunizieren können……

Einander ganzheitlich wahrnehmen und verstehen lernen.

Von Mal zu Mal mehr…..

Miteinander wachsen und werden.

Voneinander lernen.

im  Gespräch bleiben….einander Nah bleiben…..


Licht

Ich hab ein sehr besonderes Weihnachtsgeschenk bekommen.

Ein altes Stück Holz.

Was kann an so einem alten Stück Holz schon besonders sein?

Es ist nicht einfach irgendein Stück Holz sondern es ist ein Teil einer Fassdaube.

Diese Daube war einmal Teil eines Ganzen und ergab zusammen mit anderen ein altes Holzfass, das meinem  Großvater gehörte und das er immer für seinen Most verwendet hatte. Wir hatten dieses Fass vor einigen Jahren einem Freund der Familie weitergegeben und er hatte  die Idee, nachdem es als Fass nun ausgedient hat, es eben so noch weiterzuverwenden.

Für mich ist es ein besonderes Geschenk, weil es ein Stück Heimat darstellt. Eine greifbare Erinnerung an ein Zuhause, eine greifbare Erinnerung an zwei Menschen, die mir sehr sehr nahe waren – meine Großeltern.

Und eine greifbare Erinnerung an meine Wurzeln, an das wer ich bin und was ich bin und wer ich sein werde.

Ein altes Stück Holz. Mehr nicht.

Und dennoch wertvoller als mancher ahnen mag.

Berührt und dankbar ihm einen neuen Platz bei mir geben.



Vom Glanz der kleinen Dinge

Eiskalter Winterabend. 4. Advent.

Glatte Fahrbahn. Vorsichtiges Hinsuchen.

Ankommen. Aussteigen. Schnee  knirscht am Weg zum Haus und glitzert im Mondlicht.

Erwartet werden.

Eintauchen in die Wärme des Hauses. Empfangen werden von willkommener Umarmung. Mensch sein. Aufatmen. Gedanken teilen. Freundschaft vorfinden. Offene Türen.

Die Wärme mehr und mehr in mich aufnehmen, entspannt, gelassen und offen Gespräche führen. Freundschaft leben.

An einen gedeckten Tisch kommen. Liebevolle Abänderung des ursprünglich Geplanten.

Abendessen bereitet, alte Hände, die gekocht haben. Sehr alte Hände. Begleitet vom lebendigen Glanz in den Augen. Junggeblieben. Nichts haben, um groß geben zu können und dennoch so reich beschenken. Den Heiligen Abend vorgezogen auf den 4. Advent.  Bratäpfel als Überraschung.

Vor diesen Bratäpfeln sitzen und im Inneren wieder Kind sein. Erinnert werden an früher und feststellen, dass das Leben auch in der Gegenwart immer wieder Menschen schenkt, die einem Heimat und Hafen sind.

Mein alter Mentor und Begleiter mit am Tisch. Wahrgenommen werden von ihm, mit allem was ich bin und was mich bewegt. Antworten auf meine Fragen bekommen, noch bevor ich sie gestellt habe. Mich in seiner großen Gelassenheit und Ruhe bergen und neue Impulse mitnehmen. Gehört werden, Ermutigung zum Weitergehen erfahren und Kraft tanken. Der Weisheit ins Gesicht schauen dürfen. Liebevoll.

Jeder geht wieder seiner Wege.

Reich beschenkt.

Advent.


Nostalgie

Ich hab dem Christkind heute einen Brief geschrieben.

wer sagt eigentlich,

dass es dafür eine Altersbegrenzung gibt ….. ??


Vom Schreiben

Gerade in dieser Jahreszeit verschickt man viele Grüße. „Seasons Greetings“ …um’s mal nicht nur an Weihnachten zu binden, es gibt ja auch noch andere Feste, die jetzt gefeiert werden.

Man  setzt sich hin und schreibt. Aber wie schreibt man heute….. Wer setzt sich eigentlich wirklich noch hin und schreibt so ganz herkömmlich mit Füllfeder und auf Papier ein paar Zeilen?

Ich schreib eigentlich gerne Briefe aber erlieg oftmals auch der Verlockung der schnelleren Email. Schneller geschrieben und schneller beim Empfänger. Aber geht’s eigentlich wirklich immer um das Tempo? Tut es nicht einfach gut, sich manchmal die Zeit dafür zu nehmen, an den Menschen, den man schreibt in besonderer Weise zu denken, Worte abzuwägen und sie in der eigenen Handschrift zu Papier bringen. Einen Brief zur Post bringen oder ihn zumindest in ein Kuvert legen (denn manche Briefe kann man ja auch direkt überbringen), das Papier spüren und noch so manchen Gedanken mit dazupacken.

Selber auch auf Post warten. Sich freuen, wenn da ein Kuvert mit Handschrift einem entgegenfällt, eines das sich abhebt von all den Normdrucken und eines, das zeigt, da hat sich wer die Zeit genommen.

Immer wieder landen wir beim Thema Zeit. Zeit, die uns fehlt, Zeit, die wir brauchen, Zeit, die wir gerne hätten, Zeit, die manchmal so einfach sich zu nehmen wär aber wir haben ja keine Zeit dazu.

Also, vielleicht kann Briefe schreiben ja wieder ein Anfang sein. Retro ist ja auch „in“. Schon interessant, dass handgeschriebene Briefe in unserer heutigen Zeit unter retro fallen…..

und genau deshalb hör ich hier jetzt auf, setzt mich an den Schreibtisch und werde einen Brief schreiben……

und irgendwann wird in meinem Briefkasten ja vielleicht auch mal wieder ein handgeschriebener Gruß landen.

Ich warte darauf und freu mich schon jetzt darüber……..


Meisen und andere Federtiere

Ich hab eine Meise.

hm, ja, eigentlich hab ich grad ganz viele Meisen und andere bunte Federtiere, die sich da draußen vor meinem Fenster vergnügen. Gut, jetzt is es schon ein wenig dunkel aber heut mittag hab ich ihnen eine ganze Weile zugeschaut.

Das sind für mich Kindheitserinnerungen erster Klasse. Im Winter mit meinem Großvater am Küchenfenster sitzen und draußen die  Vögel am Futterhäuschen beobachten. Dort gab es auch jede Menge unterschiedlicher Vögel. Neben allen möglichen Meisenarten gab’s noch Buchfinken, Rothkehlchen, Kleiber, Stieglitze und was weiß ich noch alles.  Ich hab diese Zeiten immer sehr genossen…..im Hintergrund die Küchengeräusche meiner Großmutter, die immer irgendwie am Braten, Backen oder Kochen war…dazwischen der Radio mit seinem immer und ewig gleich eingestellten Regionalsender und  dazu dieses Gefühl von Zuhause sein.

Gerade auch aus diesem Grund häng ich heute selber Meisenringe in den Garten. Da kann ich dann kurz einen Moment am Fenster stehen bleiben, die Vögel beobachten, die Augen schließen und das Gefühl von Zuhause und die Gegenwart meiner Großeltern spüren. Immer wieder auch nach all den Jahren, in denen sie schon nicht mehr sind.

Dankbar sein