Billy Apfel

Im Land Ganzanderswo lebte einst ein Junge. Sein Name war Billy, aber von den meisten wurde er Billy Apfel genannt. Billy hatte nämlich schon seit die Menschen sich an ihn erinnern konnten einen Apfel auf dem Kopf.

Das schaute durchaus lustig aus und viele, die ihn zum ersten mal sahen, waren sehr erstaunt, dass der Apfel nicht herunterfiel. Manche allerdings glaubten, der Apfel müsste angewachsen sein, denn Billy bewegt sich ja, wie jeder andere Junge in seinem Alter auch. Er hüpfte und tobte genauso wie die anderen herum, wenn ihm danach war. Aber viel öfter war ihm nach langen, einsamen Spaziergängen. Das liebte er, wenn er so durch die Wälder oder auch durch die Städt streifen konnte, er ganz allein mit seinem Apfel auf dem Kopf. Da entdeckte er allerhand wundersame Dinge und Gestalten und von diesen langen Spaziergängen kam er oft mit tollen Ideen zurück, die er dann sofort in die Tat umsetzte.

Billy hatte es nicht immer leicht, weil vielel Menschen in Ganzanderswo ihn auch nicht verstanden. Immer wieder musste er sich rechtfertigen und musste erklären, warum er eben so mit seinem Apfel auf dem Kopf leben wollte. Billy selber war zwar auch nicht immer so ganz zufrieden mit seinem Leben aber er schaffte es immer wieder, das Beste daraus zu machen und er wusste einfach, der Apfel gehört zu ihm. Basta.  Billy nahm sich ohnehin kein Blatt vor den Mund und sagte den Bewohnern von Ganzanderswo oftmal gehörig seine Meinung. Viele schätzten ihn deswegen aber mindestens soviele konnten damit auch gar nicht gut umgehen. Billy selber war eigentlich ein recht stiller Junge, der viel nachdachte. Oftmals war er auch furchtbar tarurig, weil seine Wünsche, Pläne und Sehnsüchte irgendwie so gar nicht wahr werden wollten. Aber dennoch, er schaffte immer wieder, sich aufzurappeln. Einmal schauen, ob der Apfel richtig sitzt, einmal tief einatmen und den Duft des Apfels wahrnehmen und schon war seine Welt wieder halbwegs in Ordnung.

Doch eines Morgens geschah das Unfassbare. Billy war noch ziemlich müde und verschlafen als er ins Bad tappste. So richtig wohl fühlte er sich auch nicht und als er in den Spiegel blickte, da erschrak er fürchterlich. Ogottogott, wie konnte das passieren?? Der Apfel war weg….einfach weg. Billy rannte sofort zurück in sein Zimmer, um im Bett und auf dem Boden zu suchen…aber der Apfel war weg.

Diese Nachricht verbreitete sich in windeseile in Ganzanderswo und alle kamen herbei, um Billy zu sehen. Viele waren einfach neugierig, wie er denn so ohne Apfel ausschaute, andere aber versuchten ihn zu trösten und manche brachten ihm einen neuen Apfel mit. Aber leider nützte das gar nichts. Billy wollte sich nicht irgendeinen Apfel auf den Kopf setzten sondern er wollte seinen Apfel wieder haben. Er war untröstlich und wäre am liebsten gar nicht mehr außer Haus gegangen. Und so vergingen Wochen und Monate, es wurde Frühling und es wurde Sommer und Billy war kaum noch zu sehen. Keine ausgedehnten Spaziergänge mehr, keine Diskussionen mit den Menschen in Ganzanderswo. Und die Menschen stellten fest, er fehlte ihnen.

Und irgendwann stellte auch Billy fest, dass ihm die Menschen fehlten und so wagter er sich außer Haus. Er war sehr unsicher, hatte er doch seinen Apfel nicht mehr. Aber dennoch, er wollte  einfach wieder raus und unter Menschen sein. Sein erster Erkundungsgang führte Billy in den Garten und er staunte nicht schlecht, was er dort vorfand. Direkt unter seinem Zimmerfenster, da regte sich etwas. Er ging hin und schaute genauer und traute seinen Augen kaum. Da wuchs doch tatsächlich ein kleines aber feines Apfelbäumchen. Billy war überglücklich und hegte und pflegte das Bäumchen und das Bäumchen wuchs und wuchs und wurde zu einem stattlichen jungen Apfelbaum. Viele Menschen in Ganzanderswo waren begeistert, wie gut Billy diesen Baum pflegte und wie sehr er sich mittlerweile auch um den restlichen Garten gekümmert hatte. Es war ein wahrer Paradiesgarten geworden. Viel kamen nun und erfreuten sich an den Pflanzen und den Blüten, an dem Duft und an den Früchten. Oftmals kam auch ein Bewohner von Ganzanderswo mit seiner Pflanze zu Billy, um seinen Rat und seine Hilfe zu holen. Billy hatte nämlich wahrlich einen grünen Daumen und ganz ganz viel Feingespür für Lebewesen aller Art. Und das merkten und schätzten die Bewohner von Ganzanderswo auch so sehr an ihm.

Und schließlich war es soweit. Die erste Apfelernte stand an. Wunderschöne, rote, saftige Äpfel bot ihm das Bäumchen an und Billy nahm sie dankbar entgegen. Einen kurzen Augenblick war Billy versucht, sich wieder einen Apfel auf den Kopf zu setzten aber dann ließ er es gelassen doch wieder bleiben. Er wusste ja mittlerweile, dass ihn die Menschen aus Ganzanderswo auch so achteten und schätzten und er keinen Apfel mehr brauchte, um auf sich aufmerksam zu machen.

Er nahm die Äpfel und alles andere, was ihm sein Garten bot und lud die Menschen zu einem großen Fest in seinen Garten ein. Und es wurde wahrlich ein rauschendes Fest. Und wenn mich nicht alles täuscht, dann feiern sie in Ganzanderswo immer noch ein wenig und Billy ist glücklich mitten unter den Menschen in seinem Garten.

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