Schmunzelhasen

Vor langer Zeit lebte einmal ein fleißiger Mann. Er war den ganzen Tag ziemlich beschäftigt und das war auch kein Wunder, hatte er doch ganz schön viel zu tun. Neben seinem herkömmlichen Beruf war er nämlich auch noch Bürgermeister. Und als Bürgermeister hat man sich eben um allerhand zu kümmern.

Die Leute im Dorf waren sehr froh um ihren Bürgermeister und sie hatten ihn gern. Überall wo er hinkam, fand er offene Türen vor und er ward gerne gesehn bei den Leuten. Viele luden ihn zu sich nach Hause ein und der Bürgermeister kam auch gerne. Nur manchmal, manchmal da wünschte er sich etwas mehr Ruhe und ein wenig mehr Zeit für sich selber und vor allem auch für seine Familie. Die kamen manchmal nämlich ganz schön zu kurz.

Aber anderseits sah der Bürgermeister auch, dass die Menschen ihn brauchten. Sie kamen mit ihren Sorgen zu ihm und oftmals saß er den ganzen Tag nur da und hörte zu. Vieles, was er da zu hören bekam, machte ihn ganz schön nachdenklich.  Und es beschäftigte ihn oft noch lange. Oftmals kam er dann nach ein paar Tagen bei jemandem vorbei, um sich zu erkundigen, wie’s ihm oder ihr denn nun ginge. Die Leute waren beeindruckt davon, was sich ihr Bürgermeister so alles merken konnte und sie fühlten sich ernstgenommen von ihm.

Und der Bürgermeister hatte noch eine besondere Eigenschaft. Er konnte besonders gut Geschenke machen. Er fand immer etwas, das genau zu der Situation passte und er freute sich selber sehr, wenn er merkte, dass auch die Beschenkten sich freuten. Und es gab alle möglichen Geschenke von ihm. Zuckerstangen in allen erdenklich bunten Farben für Groß und Klein, manchmal kam er sogar mit einem junge Bäumchen an, das die Menschen dann erfreut in ihre Gärten setzten und es hegten und pflegten. Aber ein Geschenk war bei den Menschen im Dorf immer besonders begehrt. Der Bürgermeister kam manches mal mit einem Korb in der Hand zu den Menschen. Über den Korb war meist ein Tuch gebreitet und deshalb sah man den Inhalt auch nicht sofort. Wenn man aber genauer hinsah, dann merkte man,dass das Tuch sich immer mal wieder bewegte. Und wenn der Bürgermeister  endlich das Tuch wegnahm,  war die Freude meist sehr groß, denn im Korb saß nämlich ein kleines, flauschiges Kaninchen.

Und das waren nicht irgendwelche ganz normalen Kaninchen, sondern es waren sehr besondere Tierchen. Diese Kaninchen brachten die Menschen zum Schmunzeln. Und so kam es, dass in dem Dorf immer mehr Leute auf den Straßen unterwegs waren, die so ein freundliches Schmunzeln im Gesicht hatten.  Egal, ob es in Geschäften, Lokalen oder auf  der Straße war, man traf immer mehr zufriedene Menschen an. Die Leute wurden geduldiger und nachsichtiger, sie lächelten einander an,wenn sie sich auf der Straße trafen,sie hatten ein freundliches Wort füreinander und wenn sie sich erst nach ihren Kaninchen zu erkundigen begannen, dann wurde aus dem freundlichen Schmunzeln meist ein breites Grinsen. Die Kaninchen steckten alle an, egal ob es die Kinder im Dorf waren oder die Alten, die manchmal nur noch griesgrämig vor den Häusern saßen. Diese kleinen weichen Geschöpfe übertrugen ihre Ruhe und Gelassenheit einfach auf die Menschen, sobald diese begannen sie zu streicheln.

Oftmals geht der Bürgermeister nun am Abend noch eine Runde durch sein Dorf. Und er freut sich, wenn er sieht, wie friedlich und freundlich es bei ihnen im Dorf nun wurde. Und als Abschluss des Tages gab es für ihn oft nichts Schöners, als noch ein Stück weiter aus dem Dorf rauszugehen und auf den Wiesen das saftigste Grünzeug einzusammeln, für all die kleinen Kaninchen, die bei ihm zu Hause noch auf ihre neuen Besitzer warteten. Und der Bürgermeister überlegte auf dem Heimweg meist schon, wen er am nächsten Tag besuchen würde und welches seiner Kaninchen ihn auf diesem Weg begleiten würde. Und seine Familie freut sich mit ihm, denn auch er selber wurde immer ruhiger und zufriedener, mit jedem Besuch den er den Menschen abstattete. Er sah, dass das was er tat gut war und darüber freute er sich.

Und so hegen und pflegen sie alle ihre Kaninchen in dem Dorf und wenn du dort einmal hinkommst, dann wundere dich nicht über all die schmunzeldnen Gesichter sondern schau, dass du auf deinem Weg den Bürgermeister triffst.  Vielleicht hat er ja auch ein Kaninchen für dich.

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