Die Geschichte vom Kater hoch oben im Norden

Hoch oben im Norden lebte vor langer Zeit ein schlauer Kater. Der Kater war überall beliebt und immer gern gesehen. Alle mochten ihn, nicht zuletzt auch deshalb, weil er’s faustdick hinter seinen flauschigen Katerohren hatte. Buck war immer wieder zu Streichen aufgelegt und trieb auch furchtbar gerne Schabernak. Und alle dachten immer wieder, was für ein lustiger Kerl das war. Buck konnte sie alle oftmals herrlich um den Finger wickeln und die Katzendamen in seiner Umgebung zum Schnurren bringen, weil er es ausgezeichnet verstand, ihnen im rechten Moment das rechte Wort in ihre feinen Katzendamenohren zu flüstern. Und dann miauten sie genüsslich und schnurrten und schnurrten und Buck freute sich mit ihnen und an ihnen.

Alle waren der Meinung Buck könne irgendwie gar nichts erschüttern und er sei ein totaler Erfolgskater, der beständig seinen Weg ging. Aber so ganz tief innen drinnen da sah es bei unserem Kater oft ganz anders aus. An den Abenden und in den Nächten, wo er oftmals allein war, da war er überhaupt nicht draufgängerisch und erfolgreich unterwegs sondern machte sich oft große Sorgen und irgendwie war er dann auch immer mal mit sich unzufrieden.

Und wenn er dann gar nicht mehr ein und aus wusste, dann machte er sich auf den Weg zu seinen besten Freunden. Dazu muss man jetzt aber wissen,dass das nicht irgendwelche Katerfreunde waren sondern diese besten Freunde waren zwei große Drachen, die da oben im Norden in einer Höhle wohnten. Buck ging sehr gerne zu ihnen, die beiden faszinierten ihn einfach und er fühlte sich so wohl, wenn er sich in ihrer Höhle in einem Eck zusammenkuscheln konnte und von ihrem Feuer immer wieder gewärmt wurde. Da vergaß er all seine Sorgen und da konnte er aufatmen und sein, wie er eben ganz drinnen unter seinem Katzenfell in seiner Katzenseele eigentlich war. Und niemand kannte den Kater so gut, wie die beiden Drachen. Als er eines Tages wieder einmal ganz zusammengekringelt bei ihnen in der Höhle lag und so gar nicht mehr recht nach Hause wollte, weil dort die Sorgen so groß waren,da beschlossen die Drachen,  dass es nun endlich an der Zeit wäre, Buck von der kleinen grünen Waldfee zu erzählen.

Nika war ein bezauberndes kleines Wesen und jeder, der die Fee kennenlernte, war hin und weg von ihr. Sie verstand es, alle  und alles zu verzaubern und wo immer sie entlang flog, verstreute sie ein wenig von ihrem Feenglitzerstaub und wer ein Körnchen davon erwischte, war sofort gut gelaunt.

Nika half gerne, wo sie nur konnte und kam deshalb natürlich auch, als die beiden Drachen nach ihr riefen. Sie erzählten ihr von Buck und dass sie sich Sorgen um ihn machten, weil er in letzter Zeit immer öfter von seinen großen Sorgen berichtete. Sie merkten ja auch, dass sein Fell in letzter Zeit gar nicht mehr so glänzte. Und wenn sie von ihrer Höhle aus so herunterschauten, dann merkten sie auch, dass Buck nach außen hin zwar immer noch der stolze, charmante Kater war, der alle begeisterte aber dass er, sobald er zu Haus war, seine Schnurrbarthaare ganz weit nach unten hängen ließ und eher ein trauriger Kater war. Das konnte so nicht weitergehen.

Gemeinsam mit Nika überlegten sie, wie sie ihm helfen konnten. Sie hatten alle möglichen verrückten Ideen, eine Meerjungfrau sollte Bucks neue Freundin werden – „Quatsch“, rief der große Drache, Katzen mögen zwar Fisch aber eine Meerjungfrau ist doch nicht wirklich was für unseren Buck.

Da stimmten auch der andere Drache und Nika zu. Aber was konnten sie tun, um Buck seine Sorgen ein wenig zu erleichtern. Da hatte Nika endlich eine geniale Idee. Nika hatte nämlich schon längst bemerkt, dass sie Bucks Sorgen nicht einfach wegzaubern konnte.Das funktioniert nun mal nicht immer. Aber sie konnte mit ihrem Feenstaub zumindest allen,die mit Buck zu tun hatten soweit einen kleinen Zauber verpassen, dass diese aufrichtig und ehrlich Buck einfach öfter mal sagten, wie sehr sie ihn schätzten und wie froh sie waren, dass er sich um alles so redlich bemühte. Buck war einfach  immer da , der erste am Morgen und der letzte am Abend. Buck war nämlich nicht nur ein charmanter Kater sondern auch ein tüchtiger Kater und so hatte er im Lauf der Jahre sich einen feinen Katerbetrieb aufgebaut auf den er eigentlich auch recht stolz war. Aber so ein Katerbetrieb macht manchmal eben auch Sorgen.
Die Drachen waren begeistert von der Idee und weckten rasch den Kater auf. Dieser staunte zunächst nicht schlecht und rieb sich mit seinen Pfoten verdutzt die Augen, als er es in einer Ecke da so grün flackern und funkeln sah. Buck hatte nämlich auch noch nie eine Fee gesehen. Aber er mochte Nika sofort und war hin und weg. Man könnte sogar sagen, Buck hat sich vom ersten Moment an in dieses kleine Zauberwesen verliebt. Und auch Nika fand den Kater bezaubernd. Man konnte sich so herrlich in sein Fell kuscheln und in seiner Nähe fühlte sie sich geborgen und beschützt. Und so war es nicht verwunderlich, dass Nika, die kleine Waldfee, nun meist in Bucks Nähe zu finden war. Und in der Tat – es gelang ihr, alle um ihn soweit zu verzaubern, dass sie Buck viel öfter sagten, wie sehr sie ihn schätzten. Und Buck wurde von Tag zu Tag wieder zuversichtlicher und kräftiger und auch wenn Sorgen sich nicht von heute auf morgen erledigen lassen, er hatte wieder seinen alten Kampfgeist zurück.

Und die beiden Drachen schauten von ihrer Höhle aus zu und freuten sich, was für ein gutes Team Buck und seine kleine Waldfee doch wurden. Und wenn Buck die beiden nun ihn ihrer Höhle besuchte, dann war er wieder der charmante, stolze Kater, der sich seine Schnurrbarthaare hochzwirbelte, sein glänzendes Fell bürstete und die Katzendamen zum Schnurren brachten. Und den Drachen gefiel das, es gefiel ihnen so sehr, dass sie schrecklich drüber lachen mussten und sich dabei immer wieder verschluckten und ein wenig Feuer spuckten. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

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