Monatsarchiv: März 2010

Wer wagt, gewinnt….

Die kleine Eule war ja mittlerweile wieder mitten im Wald bei all den anderen und sie war immer noch stolz auf ihre goldenen Federn. Die hegte und pflegte sie immer mit ganz besonderer Sorgfalt und achtete ganz genau auf sie. Aber auch ihr restliches Federkleid war nicht mehr wiederzuerkennen. Da war keine kleine zerzauste Eule mehr sondern eine hübsche junge Eule, die so manchen mit ihrem vollen Gefieder nun beeindruckte.

Die kleine Eule war mittlerweile auch immer mutiger geworden, hatte wieder mehr Vertrauen in sich selber gefasst und deshalb war es auch kein Wunder, sie immer öfter mit anderen Tieren im Wald anzutreffen.

Aber dennoch war die kleine Eule immer noch sehr sehr vorsichtig. Sobald jemand ihr näher kam, den Kontakt zu ihr suchte da sprangen auch schon ihre Alarmsensoren an und sie war dann manchmal ganz angespannt und suchte ganz schnell das Weite um sich in ihre Höhle zurückzuziehen. Da konnte sie dann hoch oben im Baum sitzen und fühlte sich sicher.

Manchen Tieren erschien das sehr seltsam und sie schüttelten verständnislos den Kopf und ließen die Eule halt einfach Eule sein. Wieder andere steckten die Köpfe zusammen und tuschelten über das für sie so seltsame Verhalten unserer kleinen Eule.

Aber die kleine Eule war eben auch eine kluge Eule und ließ sich davon nicht irritieren.

Was sie allerdings irritierte, das war eine ganz andere Geschichte.

Vor längerer Zeit tauchte nämlich plötzlich eine zweite Eule im Wald auf. Sie fand diese Eule eigentlich sehr sympathisch und war neugierig darauf sie näher kennen zu lernen. Und die fremde Eule kam auch sehr gern, denn auch sie fand die kleine Eule sehr sehr nett. Und deshalb bemühte sich die neue Eule auch sehr um unsere kleine Eule. Sie war ihr behilflich, wo immer es nur ging, sie kam und war einfach da, noch bevor die kleine Eule etwas sagen hätte können und vor allem, diese andere Eule konnte so ungemein gut zuhören.

Die kleine Eule war total irritiert. Das war sie einfach nicht gewöhnt, dass da jemand ist, der sich um sie kümmert, der sich um sie sorgt, der da ist und ungefragt hilft. Einerseits hat sie dich ganz tief innen drinnen zwar immer danach gesehnt aber gleichzeitig hatte sie sich ja selber auch geschworen, keinen mehr so nahe an ihr kleines Eulenherz heranzulassen.

Und weil die kleine Eule so durcheinander war und sich nicht mehr anders zu helfen wusste, wurde sie kratzbürstig und abweisend zur anderen Eule. Sie zeigte ihr immer mal wieder die kalte Schulter und dachte, die andere Eule so vergraulen zu können.

Aber da geschah etwas seltsames. Die andere Eule war nämlich ungeheuer geduldig und man hätte beinahe meinen können, sie wäre auch taub, denn es hatte den Anschein, als dass die ganzen Kratzbürstenattacken der kleinen Eule ihr absolut nichts anhaben konnten und an ihr abperlten wie das Wasser, wenn es regnete.

Auch wenn diese andere Eule innerlich manchmal ganz schön aufseufzte, sie blieb einfach immer in der Nähe der kleinen Eule und merkte von Tag zu Tag mehr, wie sehr sie sie lieb gewonnen hatte.

Und die kleine Eule merkte plötzlich auch, dass da etwas anders wurde in ihr. Sie ertappte sich dabei, dass sie ihre Federn besonders fein herausputzte, wenn sie wusste, dass die andere Eule kam. Sie stellte fest, dass ihr kleines Herzchen einen Tick schneller zu schlagen begann, wenn die andere Eule im Anflug war. Und sie sah auch, dass sie sich plötzlich herrlich entspannen konnte, wenn die Eule bei ihr war und sie zu zweit durch die Wälder streiften und über die Felder flogen.

Die kleine Eule wunderte sich sehr über sich selber. Und nicht nur die kleine Eule wunderte sich sondern auch die anderen Tiere im Wald, denn natürlich nahmen auch die diese Veränderug der kleinen Eule wahr.

Manche schüttelten wiederum den Kopf, manche tuschelten erneut über sie aber viele freuten sich ganz einfach mit ihr und für sie. Und sie kamen zu ihr und ermutigten sie auch, denn sie sahen, wie gut es der kleinen Eule tat, nicht mehr allein zu sein.

Die kleine Eule dachte ganz viel nach. Sie rieb an ihren goldenen Federn und polierte sie und dachte dabei an die große Eule, von der sie diese bekommen hatte. Sie fragte sich, was ihr die große Eule wohl raten würde. Und sie erinnerte sich,dass die große alte Eule ihr zum Anschied doch zugeflüstert hatte, „Vertrau auf dich“

Und ja, wenn sie so tief in sich hinein hörte, dann spürte die kleine Eule, dass es einfach passte. Dass sie gerne einen gemeinsamen Weg mit dieser anderen Eule beginnen wollte und sich noch mehr auf sie und ihre Zuneigung einlassen wollte. Und deshalb fasste sie sich eines Tages auch ein Herz und wartete nicht, bis die andere Eule vorbeikam sondern machte sich einfach auf den Weg zu ihr. Die andere Eule staunte nicht schlecht als die kleine Eule plötzlich vor ihrer Höhle saß aber sie freute sich auch sehr. Hatte sie doch so lange und geduldig auf diesen Moment gewartet.

Und als die kleine Eule nun so ein klein wenig verlegen vor ihr saß, da hätte die andere Eule vor Glück die ganze Welt umarmen können.

So kam es, dass man die beiden Eulen nun sehr oft gemeinsam sah und es tat ihnen beiden sehr gut und sie blühten auf und freuten sich gemeinsam am Leben.

Und wie heißt es am Ende von Märchen so oft……wenn sie nicht gestorben sind, dann fliegen sie noch heute gemeinsam durch die Wälder und freuen sich…….viel Glück und alles Gute euch beiden, ihr lieben Eulen…….

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la primavera…..spring….le printemps….der Frühling…..

Ich gäb was drum, jetzt ein wenig durch englische Wälder streifen zu können….dort bietet sich im Frühjahr immer ein unglaublich schönes Farbenspiel nämlich dann, wenn die Bluebells erblühen…..das schaut dort dann ungefähr so aus:

Ich freu mich ja immer wie ein kleines Kind auf den Frühling – für mich eine der schönsten Jahreszeiten überhaupt.

Die Natur zeigt in ihrer ganzen Schönheit, was in ihr steckt…das unter der Erde pulsierende Leben entlädt sich in Farbfeuerwerken und Blütenteppichen. Das Leben wird wieder bunter und die Dunkelheit, die Kälte und vielleicht auch die Hoffnungslosigkeit des Winters sind durchbrochen.

An jedem Ast findet man sie nun, diese wunderschönen Blattknospen, die immer größer werden und schlussendlich sich entfalten und ihr frisches junges Grün zeigen. Man könnte fast meinen, die Natur erfreut sich an sich selber …die Vogelstimmenkonzerte sind eine schöne Begleitmusik dazu.

Mit offenen Augen durch die Welt gehen, sich hinunterbeugen und am ersten Gänseblümchen erfreuen, gelbe Huflattichblütenteppiche wahrnehmen, Krokuswiesen durchschreiten, Schneerosen betrachten, durch die Wälder mit ihrem Leberblümchen- und Lungenkrautblütenfloor streifen……Farben in sich aufsaugen, die Luft einatmen, durchatmen, das Alte ablegen und selber wieder neu werden. Kraft tanken, Energie aufladen…….in der Sonne stehen.

Mein Gott, so schön kann Leben sein……


Hamsterrad

Ich hab jetzt nun beinahe einen Monat lang durchgehend gearbeitet. Hm, naja zwei relativ freie Sonntage und ein halber Sonntag waren dabei. Das Bild vom Hamsterrad kam mir dabei wieder öfter mal in den Sinn……

Irgendwie spielt sich in solchen Zeiten ein sehr ungesunder Rhythmus bei mir ein. Arbeiten, arbeiten, arbeiten, dann mal schnell 5oder 6 Stunden schlafen und sich wundern,warum man trotz enormer Übermüdung nicht mehr richtig schlafen kann. Einen Termin nach dem anderen abspulen, einen Tag nach dem anderen abhaken…..laufen, laufen, laufen im Hamsterrad. Und je mehr ich laufe, desto schneller dreht es sich, dieses Rad.

Sehnsucht nach Aussteigen, nach Verlangsamung, nach Stillstand. Aber es ist ja gar nicht so ohne, man kann ja doch nicht einfach aufhören mit dem Laufen, da fällt man ja doch auch auf die Nase. Zumindest meint man oder besser gesagt ich mein das in solchen Zeiten häufig.

Ich überseh bzw nehme nicht wahr, dass ich dringend auch Zeit für mich brauche, ich überseh die Signale meines Körpers und tu wider besseren Wissens so, als würde mir das ja ohnehin alles nichts anhaben können.

Ich werde dünnhäutig und mürbe und trotzdem ist es noch immer nicht genug. Weiterlaufen, obwohl Menschen, die es gut mit einem meinen schon vorsichtig anfragen: „Und was passiert, wenn du nicht hingehst. Stürzt die Welt dann ein?“

Genau wissen, dass die Welt nicht einstürzt und trotzdem weiterlaufen. Pflichtbewusstsein.

Hm, aber wem gegenüber bin ich verpflichtet. Eigentlich wär ich doch mir gegenüber am meisten verpflichtet. Verpflichtet dazu, auf mich zu achten, meine Gesundheit und meinen Körper zu respektieren, meiner Seele die Auszeiten zu gönnen und achtsam mit mir selber  zu sein.

Aber nein. Stur sein. Dickköpfig und bockig wie ein kleines Kind. Ich schaff das. Und gleichzeitig nachts dann erschöpft ins Bett fallen und nicht die geringste Idee  haben, wie man den nächsten Tag bewältigen soll. Verärgert sein über das mangelnde Verständnis der eigenen Umwelt für die enorme Belastung. Gleichzeitg aber auch keine Chance geben, denn nach außen hin ist man (in dem Fall frau) ja immer die Starke, die lächelnd die Zähne zusammenbeißt und sagt, danke, ja, ich übernehm das gerne noch dazu.

Und dabei innen drinnen träumen.

Träumen von der Freiheit, dem Leben, den Farben und der Leichtigkeit.

Aber noch ist es ja nicht zu spät. Vielleicht lern ich es  eines Tages, die gesunde Balance auch in Stresszeiten besser wahren zu können.

Es kommt auf einen Versuch an………


and the Oscar goes to…..

Ich könnte doch auch mal einen Oscar verleihen. Oder vielleicht mehrere….

Manchmal würd ich gerne Oscars für schauspielerische Talente verleihen,wenn ich mir so anschau, welches Theater wir uns ab und an so vorspielen….Rollen, die wir glauben einnehmen oder einhalten  zu müssen, …Emotionen, die wir krampfhaft zu verbergen oder eben überspielen versuchen,….falsche Tatsachen, die wir einander mehr oder weniger glaubhaft vorgaukeln….und das alles in der Überzeugung, ha, der/ die andere merkt’s ja eh nicht ….na, da ist doch allerhand Oscarpotential drinn, oder?

Da merk ich doch, wie dankbar ich bin, wenn ich in Beziehungen und Begegenungen Offenheit und Aufrichtigkeit wahrnehme. Wenn ich erlebe, dass Menschen ehrlich miteinander umgehen und sich umeinander fair bemühen, auch dort, wo’s vielleicht manchmal schwierig sein mag.

Da gelingt es dann auch, einander immer wieder neu wahrzunehmen, einander sein zu lassen und zu lernen, dass Anders sein einfach auch Chancen birgt und wir davon voneinander letztlich profitieren können.

Ein Gedanke, ein Danke all jenen, die mir immer wieder in dieser Offenheit begegnen……

oscar


Leere

Manchmal erleb ich so Zeiten,da würd ich eigentlich furchtbar gerne was Schreiben aber mir fehlen ganz einfach die Worte dazu.

Manchmal hält der Alltag mich so auf Trab und fordert mich heraus, dass am Abend dann nur noch eine Leere in mir ist. Paradox, weil der Kopf eigentlich total voll ist und alles mögliche drin herumschwirrt aber die Seele fühlt sich leer an.

Ich nehm wahr, dass meine Energien verpuffen, in dem Bemühen den Ärger auszuhalten, die Ungerechtigkeiten abzuweisen und die Enttäuschungen abzufedern.

Aber wahrscheinlich sind genau das auch jene Zeiten, in denen sich Neues formt und werden will, es braucht wahrscheinlich nur ein wenig Geduld, bis es sich in Worte fassen lässt. Und deshalb will ich mich in ihr üben…dieser Geduld 😉