Wer wagt, gewinnt….

Die kleine Eule war ja mittlerweile wieder mitten im Wald bei all den anderen und sie war immer noch stolz auf ihre goldenen Federn. Die hegte und pflegte sie immer mit ganz besonderer Sorgfalt und achtete ganz genau auf sie. Aber auch ihr restliches Federkleid war nicht mehr wiederzuerkennen. Da war keine kleine zerzauste Eule mehr sondern eine hübsche junge Eule, die so manchen mit ihrem vollen Gefieder nun beeindruckte.

Die kleine Eule war mittlerweile auch immer mutiger geworden, hatte wieder mehr Vertrauen in sich selber gefasst und deshalb war es auch kein Wunder, sie immer öfter mit anderen Tieren im Wald anzutreffen.

Aber dennoch war die kleine Eule immer noch sehr sehr vorsichtig. Sobald jemand ihr näher kam, den Kontakt zu ihr suchte da sprangen auch schon ihre Alarmsensoren an und sie war dann manchmal ganz angespannt und suchte ganz schnell das Weite um sich in ihre Höhle zurückzuziehen. Da konnte sie dann hoch oben im Baum sitzen und fühlte sich sicher.

Manchen Tieren erschien das sehr seltsam und sie schüttelten verständnislos den Kopf und ließen die Eule halt einfach Eule sein. Wieder andere steckten die Köpfe zusammen und tuschelten über das für sie so seltsame Verhalten unserer kleinen Eule.

Aber die kleine Eule war eben auch eine kluge Eule und ließ sich davon nicht irritieren.

Was sie allerdings irritierte, das war eine ganz andere Geschichte.

Vor längerer Zeit tauchte nämlich plötzlich eine zweite Eule im Wald auf. Sie fand diese Eule eigentlich sehr sympathisch und war neugierig darauf sie näher kennen zu lernen. Und die fremde Eule kam auch sehr gern, denn auch sie fand die kleine Eule sehr sehr nett. Und deshalb bemühte sich die neue Eule auch sehr um unsere kleine Eule. Sie war ihr behilflich, wo immer es nur ging, sie kam und war einfach da, noch bevor die kleine Eule etwas sagen hätte können und vor allem, diese andere Eule konnte so ungemein gut zuhören.

Die kleine Eule war total irritiert. Das war sie einfach nicht gewöhnt, dass da jemand ist, der sich um sie kümmert, der sich um sie sorgt, der da ist und ungefragt hilft. Einerseits hat sie dich ganz tief innen drinnen zwar immer danach gesehnt aber gleichzeitig hatte sie sich ja selber auch geschworen, keinen mehr so nahe an ihr kleines Eulenherz heranzulassen.

Und weil die kleine Eule so durcheinander war und sich nicht mehr anders zu helfen wusste, wurde sie kratzbürstig und abweisend zur anderen Eule. Sie zeigte ihr immer mal wieder die kalte Schulter und dachte, die andere Eule so vergraulen zu können.

Aber da geschah etwas seltsames. Die andere Eule war nämlich ungeheuer geduldig und man hätte beinahe meinen können, sie wäre auch taub, denn es hatte den Anschein, als dass die ganzen Kratzbürstenattacken der kleinen Eule ihr absolut nichts anhaben konnten und an ihr abperlten wie das Wasser, wenn es regnete.

Auch wenn diese andere Eule innerlich manchmal ganz schön aufseufzte, sie blieb einfach immer in der Nähe der kleinen Eule und merkte von Tag zu Tag mehr, wie sehr sie sie lieb gewonnen hatte.

Und die kleine Eule merkte plötzlich auch, dass da etwas anders wurde in ihr. Sie ertappte sich dabei, dass sie ihre Federn besonders fein herausputzte, wenn sie wusste, dass die andere Eule kam. Sie stellte fest, dass ihr kleines Herzchen einen Tick schneller zu schlagen begann, wenn die andere Eule im Anflug war. Und sie sah auch, dass sie sich plötzlich herrlich entspannen konnte, wenn die Eule bei ihr war und sie zu zweit durch die Wälder streiften und über die Felder flogen.

Die kleine Eule wunderte sich sehr über sich selber. Und nicht nur die kleine Eule wunderte sich sondern auch die anderen Tiere im Wald, denn natürlich nahmen auch die diese Veränderug der kleinen Eule wahr.

Manche schüttelten wiederum den Kopf, manche tuschelten erneut über sie aber viele freuten sich ganz einfach mit ihr und für sie. Und sie kamen zu ihr und ermutigten sie auch, denn sie sahen, wie gut es der kleinen Eule tat, nicht mehr allein zu sein.

Die kleine Eule dachte ganz viel nach. Sie rieb an ihren goldenen Federn und polierte sie und dachte dabei an die große Eule, von der sie diese bekommen hatte. Sie fragte sich, was ihr die große Eule wohl raten würde. Und sie erinnerte sich,dass die große alte Eule ihr zum Anschied doch zugeflüstert hatte, „Vertrau auf dich“

Und ja, wenn sie so tief in sich hinein hörte, dann spürte die kleine Eule, dass es einfach passte. Dass sie gerne einen gemeinsamen Weg mit dieser anderen Eule beginnen wollte und sich noch mehr auf sie und ihre Zuneigung einlassen wollte. Und deshalb fasste sie sich eines Tages auch ein Herz und wartete nicht, bis die andere Eule vorbeikam sondern machte sich einfach auf den Weg zu ihr. Die andere Eule staunte nicht schlecht als die kleine Eule plötzlich vor ihrer Höhle saß aber sie freute sich auch sehr. Hatte sie doch so lange und geduldig auf diesen Moment gewartet.

Und als die kleine Eule nun so ein klein wenig verlegen vor ihr saß, da hätte die andere Eule vor Glück die ganze Welt umarmen können.

So kam es, dass man die beiden Eulen nun sehr oft gemeinsam sah und es tat ihnen beiden sehr gut und sie blühten auf und freuten sich gemeinsam am Leben.

Und wie heißt es am Ende von Märchen so oft……wenn sie nicht gestorben sind, dann fliegen sie noch heute gemeinsam durch die Wälder und freuen sich…….viel Glück und alles Gute euch beiden, ihr lieben Eulen…….

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