100.000 Rosen …

…haben mich die letzten Tage sehr beschäftigt.

Ein Projekt mit Tiefgang. Das Fremde kennenlernen – die Nachbarn, die wir mitunter gar nicht gut kennen, Menschen mit Migrationshintergrund die in unserer Umgebung wohnen, die wir oft viel zu wenig kennen und  sie gerade deshalb mit Vorurteilen belegen und dadurch oftmals ausgrenzen.

100.000 Rosen, zuerst zu einem Bild zusammengefügt um dann verschenkt zu werden mit dem Gedanken, dass Menschen sie nach Hause tragen und wieder weiterverschenken an den/ die unbekannte Nachbarin.

Das Rosenverteilen brachte viele Eindrücke und viele Begegnungen mit menschen, die unterschiedlicher nicht sein hätten können.

Ungläubiges Staunen darüber, dass die Blumen verschenkt werden, Geschichten teilen an wen die Rosen weiterverschenkt werden sollen. Viel Berührendes dabei zu hören bekommen. Aber auch Menschen, die sich anstellen,w eil sie denken, billig an einen Strauß Rosen zu kommen, Ungeduld,weil man warten muss, Unverständnis, weil man nicht sofort „bedient“ wird….nicht sehen können, dass da soviel anderes dahinter steht….

aber das was überwog waren die schönen Momente, die Gespräche und die Begegnungen am Absperrungsgitter, über das wir die Rosen an die Menschen weitergreicht haben.

Und es hat Begegnungen gegeben, die sich einprägen werden und die ein Lächeln zaubern,w ann immer man sich an die erinnert:

Am Absperrgitter steht ein Mann, seine kleine Tochter am Arm, den leeren Kinderwagen neben sich. Ein stattlicher Herr und eine ebenso bezaubernde kleine Prinzessin…dunkle Löckchen, Pausbäckchen, Lackschühchen…. Er steht ein wenig abseits und blickt verunsichert, als ich ihn frage, ob er auch gerne eine Rose möchte. Er ringt nach Worten, da erst merk ich, dass Deutsch nicht seine Muttersprache ist. Er versucht’s mit Englisch, entschuldigt sich x mal für sein gebrochenes Englisch aber ichversteh schnell,dass er gerne eine Rose ohne Dornen hätte, damit die Kleine sich nicht daran stechen würde. Ich suche eine entsprechende Rose, entferne noch ein paar Blätter und reich sie der jungen Dame. Da spricht der Vater sie auf Italienisch an, und meint, sie solle doch einmal daran schnuppern, ob die denn auch dufte, die Kleine steckt ihre Nase hinein und lacht….Der Vater fragt darauf hin seine kleine Tochter, ob sie mir für diese Blume nicht ein Küsschen geben möchte.

Und was macht dieses zauberhafte Wesen? Sieht mich an, beugt sich von Papas Arm aus über das Geländer und drückt mir einen sehr feuchten zarten Schmatz auf die Wange.Da musste ich ehrlich schlucken vor Rührung.

Der Vater ringt wieder um Worte, möchte gerne wissen, worum es bei dem Projekt geht, ist interessiert und strahlt soviel Größe und gleichzeitig Bescheidenheit aus. Am Ende unserer Begegnung geben wir ihm noch ein paar Rosen für die Mutter der Kleinen mit….natürlich auch wieder ohne Dornen, denn die süße Maus hält diese Rosen stolz wie eine kleine Prinzessin eben in ihrem Kinderwagen auf ihrem Schoß.

Die beiden gehen weg, drehen sich nochmal zu uns her und lächeln und winken.

Man kann mit Worten oft nicht beschreiben, was in solchen Momenten  in einer Begegnung passiert.

Man vergisst, wie müde man eigentlich schon ist, wie sehr einen Hände, Rücken und vielleicht auch Beine  vom Arbeiten und Rosen schneiden schmerzen,  man vergisst den Ärger über so manch andere Begebenheit am Absperrgitter und man merkt, wie tief einen zwei wildfremde Menschen im Moment des Augenblicks berühren können, wenn man es geschehen lässt…..

Grazie di cuore, principessa…..

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3 responses to “100.000 Rosen …

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