auch lehrerInnen können weinen….

zufälle.

meist sind es die kleinen unscheinbaren zufälle, die steine ins rollen bringen.

steine, von denen man sich  wünschte, sie nie losgetreten zu haben, weil sie den blick offenbaren auf das, was im verborgenen sich zuträgt.

eine harmlose frage, tränenströme als reaktion darauf, totale irritation auf meiner seite. sich fassen, fieberhaft überlegen, welche reaktion nun angemessen ist. 20 andere, die mitbeobachten.  die 20 allein lassen, um mit der einen reden zu können.  einen ruhigen ort dafür suchen. einen geschützten ort dafür suchen. ihn nicht finden, weil es ihn hier nicht gibt. auf dem gang enden.

behutsam nachfragen. zuhören und währenddessen selber immer tiefer fallen und den schmerz stellvertretend für die, die von ihm erzählt hinausschreien wollen in die welt. fassungslos einfach nur behüten wollen. in den arm nehmen und versprechen, dass alles wieder gut wird.

genau das aber nicht tun, weil ich es nicht versprechen kann und vor allem weil ich nicht weiß, was „gut“ ist und wie „gut“ sich für sie anfühlen würde.

eine familiensituation wahrnehmen, verständnis haben einerseits, tobende wut in mir andererseits. hilflosigkeit und ohnmacht spüren. sich vorwürfe machen, nachdenken, grübeln. hätte ich früher etwas merken müssen?

mauern die eingerissen sind, erleichterung, es endlich ausgesprochen zu haben. schleusen, die offen sind. hoffnung in den augen aufleuchten sehen.

hilflosigkeit und ohnmacht wahrnehmen. unbändigen zorn auch auf all jene, die es immer wieder besser wissen, die sich nicht in kühnsten träumen vorstellen können, wie man sich selber in solchen situationen fühlt, und die dennoch immer wieder über mich und den ganzen berufsstand ihr urteil fällen. ganz pauschal.

nachdenken, schritte setzen, überlegen, telefonieren, gespräche führen, weiterdenken, sich sorgen machen, sich vorwürfe machen,sich den kopf zerbrechen, schlaflos herumgrübeln, wissen, dass meine schritte folgen haben, für mehrere betroffene bzw. beteiligte. wissen, dass situationen manchmal viel komplexer und schwieriger sind, ineinander verflochten, verstrickt und sie sich nicht so leicht lösen lassen, wie mancher jetzt vielleicht wieder annehmen möchte.

betroffen vom schicksal des kindes, betroffen vonder liebe des kindes, betroffen vom druck, dem die familie ausgesetzt ist und betroffen, von der verzweiflung, die spürbar ist.

versuchen, nicht zu verurteilen sondern nachzudenken und für hilfe zu sorgen. hilfe für alle beteiligten.

manchmal wünschte ich, dass auch wir hilfe hätten.

hoffen, das richtige zu tun……

all jenen gewidmet, die sich immer wieder so sicher sind, wie unser berufsalltag ausschaut und die mit ihren kommentaren dazu nicht hinter dem berg halten, ….. mögt ihr nie in solche kinderaugen schauen müssen.

PS: in der ganzen geschichte kommen weder migranten noch sozial schlechtgestellte und  auch keine arbeitslosen menschen vor. das sei  nur erwähnt, um dem nächsten möglichen vorurteil zuvorzukommen.

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Über borsetta

Gedanken zum Leben....Gedanken mittten aus dem Leben..... Teilen mit jenen.... die sich die Zeit dafür nehmen.... im Jetzt leben.... genießen und zwischendurch immer wieder einen Espresso trinken.... Zeige alle Beiträge von borsetta

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