Stimm_ung

Wann hab ich zuletzt über meine Stimme nachgedacht. Gute Frage. Meine Stimme ist für mich etwas Selbstverständliches, sie ist da, sie wird tagtäglich gebraucht und ist im Einsatz, sie ist Teil von mir, in gewisser Weise ist sie auch ein Erkennungsmerkmal an mir und sie ist letztlich auch ein guter Teil meines Kapitals.

In meinem Beruf oder besser gesagt in meinen Berufen und Berufungen ist Stimme ein wesentlicher Anteil der mich einerseits zum Tun befähigt andererseits auch das Gelingen meines Tuns beeinflusst. Menschen reagieren auf meine Stimme, sie finden sie angenehm oder auch nicht, sie hören sie gerne oder auch nicht.  Und meine Stimme ist gebildet. Wie das jetzt wieder klingt aber ja, gemeint ist, meine Stimme hat einige Semester Sprecherziehung genossen genauso wie einige Semester Gesangsausbildung. Meine Stimme hat sich verändert im Lauf der Jahre und ist mit  mir gewachsen und hat sich weiterentwickelt, genauso, wie hoffentlich auch ich selber es getan habe. Und ja, ich kann auch sagen ich mag meine Stimme, wir sind ein gutes Team.

Und trotzdem denk ich natürlich nie drüber nach, was wäre, wenn meine Stimme einmal nicht mehr funktionieren würde. Seit ein paar Tagen allerdings zwingt mich der krankheitsbedingte Verlust meiner Stimme zum Schweigen. Es ist definitv ein anderes Schweigen als wenn man halt gerade nicht s zu sagen hat oder wenn man froh ist, nichts sagen zu müssen. Es ist ein Schweigen, weil die eigene Stimme Urlaub macht, sie ist einfach weg und das was hier ist, klingt nach allem möglichen aber nicht nach meiner Stimme. Es ist ungewöhnlich, den Mund aufzumachen, ein Gespräch führen zu wollen und dabei wahrzunehmen, dass die Stimme bricht, dass sie manchmal einfach nicht anschlägt, dass sie krächzt und dass sie hohl wirkt und letztlich auf einmal überhaupt nicht mehr da ist.

Und zwischendurch hinein in das Schweigen immer wieder so ein paar kleine Selbstversuche, Selbstgespräche um abzutesten, ob die Stimme ihren Urlaub eventuell bereits wieder beendet hat. Das Krächzen ist weniger geworden, die Stimme klingt noch brüchig und sehr heiser und hat nach wie vor keinen vollen Klang. Aber sie ist dabei wieder zurückzukehren. Ich freu mich auf sie, wenn sie dann wieder ganz bei mir sein wird.

Und bis dahin schweige ich eben noch ein wenig vor mich hin.

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Über borsetta

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