Hochspannung

Unter Hochspannung stehen. Oder sich wie ein Druckkochtopf fühlen.Nicht mehr entspannt sein können und wie aufgezogen durch die Weltgeschichte rasen. Fühlen, dass der Herzschlag nicht mehr zur Ruhe kommt, eine Runde nach der anderen im Hamsterrad drehen. Glauben, nicht aussteigen zu können, die eigenen Ansprüche immer noch ein Stück höher schrauben, perfekt sein wollen im Beruf, im Studium, in den Beziehungen. Sich immer wieder aufraffen, in die Arbeit gehen, Konflikte erleben, Leitungswechsel, Umbrüche, neue Pläne, Mehrarbeit, Studium, Abschlussarbeit, schreiben, schreiben, schreiben, Telefonate, Mails, Schriftverkehr, Bücher lesen, Dokumente durchsuchen, Konzepte erstellen, Seminare planen. Nicht mehr schlafen könne, ständig irgendwie krank sein, Schmerzen haben, sich allein gelassen fühlen, sich im Stich gelassen fühlen, manchmal verzweifeln wollen, Sehnsucht nach Ermutigung und Unterstützung, Sehnsucht nach Leben, im Chaos ertrinken.

Aber in all dem den Blick nicht verlieren für  das Schöne und Kraftvolle, das auch darin steckt. Die neuen Kontakte, die Unterstützung aus Berlin, aus Bergen Belsen, aus Washington. Die Einladungen, überall dorthin auch zu kommen und von eigenen Erfahrungen zu berichten. Neue Projekte, die heranreifen.

In all der momentan gefühlten Einsamkeit die Versuche derer nicht übersehen, die mich ermutigen wollen. Ein Paket mit Buch und Schokolade, viele aufrichtige Ermutigungen zu jeweils 140 Zeichen, ein Obstkorb zum Gesund werden, ein Care Paket zum Durchhalten, ein Blumenstrauß, ein kleines Blumenstöckchen,eine SMS, eine Karte, ein Anruf.

Und manchmal es schaffen, sich Zeit zu stehlen. Für einen kitschigen Peter Alexander Film, für eine Stunde auf der Couch, für einen schnellen Kaffee,für einen kurzen Spaziergang oder so wie heute  für ein Frühstück mit der weltbesten Patentochter und feststellen, wie gut es tut, sich mal wieder mit jemandem  unterhalten zu können, von Angesicht zu Angesicht, von Mensch zu Mensch.

Und wissen, dass es schon ein Stückchen Zielgerade ist, auf der man sich befindet, dass in einigen Wochen die Gewässer wieder ruhiger werden könnten, wissen, dass der Frühling in den Startlöchern steht. Und hoffen, bis dahin alles noch halbwegs unbeschadet zu überstehen und zeitgerecht fertig zu werden.

Und auch wissen, dass man sich freiwillig dazu entschieden hat, diese 3 Jahre zu investieren, um einen akademischen Abschluss neben dem eigentlichen Beruf noch zu erwerben.

Und genau deshalb sich jetzt wieder an den Schreibtisch setzen und versuchen, heute  wenigstens ein bisschen  noch arbeiten zu können, auch wenn mir gar nicht danach ist…….

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Über borsetta

Gedanken zum Leben....Gedanken mittten aus dem Leben..... Teilen mit jenen.... die sich die Zeit dafür nehmen.... im Jetzt leben.... genießen und zwischendurch immer wieder einen Espresso trinken.... Zeige alle Beiträge von borsetta

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