Monatsarchiv: März 2011

Finbar, der Barde

Einst lebte einmal in einem fernen Land ein Barde. Ach? Ihr wisst nicht, was ein Barde ist? Nun ja, ein Barde ist ein Mensch, der ganz toll mit Worten spielen kann, der diese zusammensetzen kann und schöne Gedichte und Texte aus denen macht. Und dann kann so ein Barde oft auch noch Musik für diese Worte schreiben und beides passt perfekt zusammen, so perfekt, dass die Menschen unheimlich gerne diese Musik und diese Worte hören.

Finbar war also so ein Barde, der die Menschen mit seinen Worten und mit seiner Musik begeistern konnte. Die Menschen sammelten seine Lieder und bewahrten sie auf, um sie sich immer und immer wieder anhören zu können. Manchmal hörten sie die Lieder, wenn sie traurig waren, weil die Musik sie sanft in den Arm nahm und tröstend wiegte, manchmal hörten sie die Lieder, wenn sie fröhlich waren, weil die Töne mit ihnen dann lustig auf der Wiese herumtanzten. Und manchmal hörten sie die Lieder auch, wenn sie nachdenklich waren, weil die Worte, die sie in diesen Liedern hörten, ihnen Impuls zum Weiterdenken waren.  Ein Fest für die Menschen war es immer, wenn Finbar einlud, weil er einen Abend lang seine Lieder für alle spielen wollte. Da kamen sie oft in Scharen und manchmal auch in kleinen gemütlichen Gruppen zusammen und hörten seinen gesungenen Geschichten zu.  Finbar mochte das sehr gerne und steckte sich manchmal dafür sogar extra eine Blume hinters Ohr. Er erzählte von seinen Reisen nach Afrika, Amerika, Sansibar, Madagskar, Alaska und Korsika, er erzählte von Panama, China,Venezuela und seinen Reisen quer durch Europa. Er erzählte von den Menschen, die er dort traf und von den Abenteuern, die er erlebte.

Die Menschen fragten sich oft, woher Finbar all seine Ideen für seine Worte und seine Lieder nahm. Wer ihn allerdings besser kannte, der wusste, woher all diese Ideen kamen. Finbar lebte nämlich nicht alleine in seinem Haus sondern er hatte da ein paar sehr feine Freunde, die mit ihm und der Frau, die  für ihn die beste auf dem Planeten war,  lebten. Da gab es einen sehr klugen und weisen aber auch sehr großen Hund. Und dann gab es einen frechen aber nicht minder schlauen grauen Esel und zwei lustige Tiere, die man auch gern mal Heidschnucken nannte. Die fünf zusammen waren ein unschlagbares Team.  Der Hund, Herr Bud, war Finbars Freund. Die zwei hatten eine ganz besondere Nase zueinander, sie verstanden sich oft wortlos, aber sie liebten auch ihre herrlich langen Gespräche, die sie auf ihren ausgedehnten Spaziergängen miteinander führten. Und Finbar hörte immer besonders genau zu, wenn Herr Bud ihm etwas erzählte und ihm so die eine oder andere Idee für ein neues Lied lieferte. Finbar war aber auch immer ganz traurig, wenn er mal auf Reisen war und Herr Bud nicht dabei sein konnte. Da saß Finbar dann oft  in seinem Hotelzimmer und fragte sich,warum denn Herr Bud nicht bei ihm sein konnte, am liebsten hätte er ein Bild von ihm aufgehängt und hätt ihm gerne zugehört. Umso größer war dann die Freude, wenn er wieder nach Hause kam und sie wieder vereint waren, Finbar passte besonder gut auf Herrn Bud auf, denn leider wusste Finbar auch, wie traurig es war, wenn man so einen Freund wie Herrn Bud verliert.  Aber auch wenn Herr Bud so ein toller Freund war, Finbar hatte da noch viel Platz in seinem Herzen für andere Freunde. Da waren zum Beispiel die beiden Heidschnucken, die immer wieder mal frech um die Ecke linsten oder Finbar mal kurz in seinem Bardezimmer besuchten.

Ja, Finbar hatte ein eigenes Bardezimmer. Dorthin zog er sich zurück, wenn er mal ganz ganz viele Ideen auf einmal hatte und die loswerden musste. Manchmal lud er auch Menschen dorthin zu sich ein und er zeigte ihnen, wie es ging, dass man aus einzelnen Tönen Musik  machen konnte. Irgendwie war für Finbar nämlich alles Musik in seinen Ohren. Naja, fast alles. Es gab da ja seit einiger Zeit einen neuen Mitbewohner in der Runde. Der neue war ein kleiner  grauer Esel. Der Esel war echt hübsch anzusehen, war ein ungemein lustiger Geselle und hatte auch viele gute Ideen, die er mit Finbar und Herrn Bud teilte. Die drei hatten oft jede Menge Spaß und die Menschen wunderten sich manchmal ein bisschen, wenn sie das Gespann über die Felder streifen sahen, weil sie sich nicht vorstellen konnten, wie die sich miteinander verständigten. Nun ja, der Esel hatte nur einen klitzekleinen Fehler. Wenn er total begeistert war oder wenn er einfach Sehnsucht nach den anderen hatte, dann riss er sein Maul auf und rief nach den anderen. Aber wie das klang. Himmel! Als der Esel das erste Mal loslegte, fielen alle  gleich mal vor Schreck fast um. Der kleine Esel verstand  die Welt nicht mehr. Er hatte doch so schön laut nach Finbar und Herrn Bud gerufen, weil er sich so über die beiden freute und schon kamen die Heidschnucken gerannt und fragten ihn, ob er noch ganz dicht sei, so über den Hof zu plärren. Nun ja, nicht jeder Verstand eben die feine Melodie, die auch so ein Eselchen in seiner Stimme hatte. Herr Bud erklärte dem Esel dann mal in einer stillen Stunde, dass die anderen das nicht böse meinten aber sie seien den Klang eben noch nicht gewöhnt. Es wurde dann von Tag zu Tag besser und manchmal spielte der Esel den anderen dann auch einen kleinen Streich, indem er plötzlich, wenn keine Mensch (und auch kein Tier) damit rechnete, sein lautes AAAAAAAAAAIIIIIII erschallen ließ. Er freute sich und kicherte leise vor sich hin, wenn Finbar dann vor Schreck hochhüpfte. Aber auch Finbar musste lachen, weil er den Esel ja auch furchtbar gern mochte.

Finbar war klug, er wusste, dass er bei seinen Tieren und in seinem Zuhause, mit der weltbesten Frau, bei den Menschen, die er lieb hatte, viel Kraft und immer wieder neue Ideen schöpfen konnte. Deshalb versuchte er auch, dort viel Zeit zu verbringen. Er wusste, dass es nicht selbstverständlich war, dass er sich rundum so wohl fühlte und glücklich mit den seinen war. Finbar kannte auch andere Zeiten.

Und all das floss in Finbars Worte und in seine Musik, Finbar war nahe an den Menschen und deshalb verstand er die Nöte und die Sorgen der Menschen, genauso wie ihre Freuden. Er schrieb ihnen Lieder, um sie aufzuheitern und er machte ihnen Mut. Mitten im tiefsten Winter versprach er ihnen immer wieder, dass irgendwas blühen würde und die Menschen vertrauten ihm, weil er so viel Wärme und Echtheit ausstrahlte, dass es eben so sein musste. Und siehe da. Finbar hatte recht. Eines Tages war er plötzlich da, der Frühling. Herr Bud freute sich tierisch, wie große Hunde das eben machten und auch der graue Esel und die Heidschnucken waren höchsterfreut.  Am allermeisten aber freuten sich wohl die Menschen. Ihre Sorgen erschienen ihnen sofort ein wenig kleiner und sie erfreuten sich an jeder kleinen Blüte, die die Sonne und die Erde ihnen schenkte. Und manchmal vergaßen sie dann ihren Kummer und setzten sich einfach hin, um Finbars Liedern zu lauschen.

Und Finbar freute sich und war zufrieden. Denn das war es doch, was er wollte…. den Menschen seine Musik schenken und sich auch selber mit ihnen und seinen Freunden über den Frühling freuen.  Auf dass dir  noch viele Lieder gelingen, lieber Finbar. wir freuen uns drauf…..

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Blue Sky

Ich weiß nicht, ob ich den Frühling schon einmal mehr herbeigesehnt hab, als in diesem Jahr.

Ich weiß auch gar nicht genau, woran das wirklich liegt, aber die Wintermonate haben mir diesmal mehr denn je zu schaffen gemacht. Was das angeht, sollte ich  ohnehin überlegen, mir südlichere Gefilde zu suchen, denn ich bin in der Tat von Haus aus alles andere als ein Wintermensch. Gut, ja, ich kann mich schon sehr erfreuen an einem strahlend blauen Wintertag, der Schnee knirscht und glitzert und die Luft ist rein. Perfekt. Aber da sind dann diese unzähligen grauen dunklen Tage. Nebel, der sich über das Land und auch über meine Seele legt und da hab ich manchmal das Gefühl, dieser Nebel frisst beständig meine Energie. Erinnert mich ein wenig an Momo und diese Zeiträuber, die’s dort gab mit ihren Zigarren und dem Rauch….

In diesem Jahr kam wohl auch noch allerhand an extra Bonus dazu. Sehr viel Arbeit durch das Studium, berufliche Herausforderungen, mit denen es klar zu kommen gilt, gesundheitliche Probleme, einige traurige Erkenntnisse und Momente des Abschieds und zu allem Überfluss noch eine Baustelle am Nachbargrundstück, die seit Ende Jänner eine Dauerlärmbelastung darstellt, die ihresgleichen sucht. Ich hätte nie gedacht, wie sehr so Dauerlärm an Nerven zerren kann …..

umso mehr hab ich heute den ultimativen Luxustag gehabt. Auch das war mir schon länger nicht mehr bewusst, wieviel Segen in so scheinbar kleinen Dingen stecken kann. Vielleicht haben auch die Erdbebenkatastrophe in Japan und die drohende Atomkatastrophe dazu beigetragen, mich dafür heute ein wenig sensibler zu machen.

Der heutige Luxus bestand nämlich in Stille, Sonne und blauem Himmel.

Ich hab selten etwas so sehr genossen, wie heute ein wenig im Garten herumzuschnippseln, den Winter rauszuschneiden und die Frühlingsspuren zu sichten. Da es hier sehr schattig ist, strecken die Krokusse mal vorsichtig ihre Spitzen raus, die Schneerosen meiner Großeltern blühen herrlich und auch ein Schneeglöckchen hat sich verirrt. Die Minze zeigt erste grüne Ansätze und auch so manch anderes Kräutlein räkelt sich und streckt sich und macht sich bereit, schön langsam durchzustarten. Die Blattknospen werden von Tag zu Tag praller und man hat den Anschein,alles freut sich unbändig über die wohltuende Wärme der Sonne.

Und dann, der erste Kaffee in der Sonne. Im Deckchair sitzen, das Gesicht in die Sonne halten, durchatmen und spüren, ich bin schön langsam wieder da. Ich kann die Hoffnung fühlen, wieder neu zu erwachen, aus der Winterstarre aufzutauen und mich befreien von vertrockneten Resten, die sich angesammelt haben. Nicht von heute auf morgen. sondern langsam und tastend. So wie eben auch die Krokusse. In diesen dunklen Monaten hat mir jemand zugesagt: „Ich versprech dir, es wird Frühling“. Danke, dass du für mich dran geglaubt hast obowhl auch  dir oft ganz schön schwarz zumute war (und ist).

Es wird Frühling. Jetzt glaub ich dran. Ein wenig auch für dich.