Blue Sky

Ich weiß nicht, ob ich den Frühling schon einmal mehr herbeigesehnt hab, als in diesem Jahr.

Ich weiß auch gar nicht genau, woran das wirklich liegt, aber die Wintermonate haben mir diesmal mehr denn je zu schaffen gemacht. Was das angeht, sollte ich  ohnehin überlegen, mir südlichere Gefilde zu suchen, denn ich bin in der Tat von Haus aus alles andere als ein Wintermensch. Gut, ja, ich kann mich schon sehr erfreuen an einem strahlend blauen Wintertag, der Schnee knirscht und glitzert und die Luft ist rein. Perfekt. Aber da sind dann diese unzähligen grauen dunklen Tage. Nebel, der sich über das Land und auch über meine Seele legt und da hab ich manchmal das Gefühl, dieser Nebel frisst beständig meine Energie. Erinnert mich ein wenig an Momo und diese Zeiträuber, die’s dort gab mit ihren Zigarren und dem Rauch….

In diesem Jahr kam wohl auch noch allerhand an extra Bonus dazu. Sehr viel Arbeit durch das Studium, berufliche Herausforderungen, mit denen es klar zu kommen gilt, gesundheitliche Probleme, einige traurige Erkenntnisse und Momente des Abschieds und zu allem Überfluss noch eine Baustelle am Nachbargrundstück, die seit Ende Jänner eine Dauerlärmbelastung darstellt, die ihresgleichen sucht. Ich hätte nie gedacht, wie sehr so Dauerlärm an Nerven zerren kann …..

umso mehr hab ich heute den ultimativen Luxustag gehabt. Auch das war mir schon länger nicht mehr bewusst, wieviel Segen in so scheinbar kleinen Dingen stecken kann. Vielleicht haben auch die Erdbebenkatastrophe in Japan und die drohende Atomkatastrophe dazu beigetragen, mich dafür heute ein wenig sensibler zu machen.

Der heutige Luxus bestand nämlich in Stille, Sonne und blauem Himmel.

Ich hab selten etwas so sehr genossen, wie heute ein wenig im Garten herumzuschnippseln, den Winter rauszuschneiden und die Frühlingsspuren zu sichten. Da es hier sehr schattig ist, strecken die Krokusse mal vorsichtig ihre Spitzen raus, die Schneerosen meiner Großeltern blühen herrlich und auch ein Schneeglöckchen hat sich verirrt. Die Minze zeigt erste grüne Ansätze und auch so manch anderes Kräutlein räkelt sich und streckt sich und macht sich bereit, schön langsam durchzustarten. Die Blattknospen werden von Tag zu Tag praller und man hat den Anschein,alles freut sich unbändig über die wohltuende Wärme der Sonne.

Und dann, der erste Kaffee in der Sonne. Im Deckchair sitzen, das Gesicht in die Sonne halten, durchatmen und spüren, ich bin schön langsam wieder da. Ich kann die Hoffnung fühlen, wieder neu zu erwachen, aus der Winterstarre aufzutauen und mich befreien von vertrockneten Resten, die sich angesammelt haben. Nicht von heute auf morgen. sondern langsam und tastend. So wie eben auch die Krokusse. In diesen dunklen Monaten hat mir jemand zugesagt: „Ich versprech dir, es wird Frühling“. Danke, dass du für mich dran geglaubt hast obowhl auch  dir oft ganz schön schwarz zumute war (und ist).

Es wird Frühling. Jetzt glaub ich dran. Ein wenig auch für dich.

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Über borsetta

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