Monatsarchiv: Juli 2011

Urlaubsbekanntschaft

Ein junger Mann. 38 Jahre. Vor zehn Jahren in Italien verunglückt, als er  jemand anderem helfen wollte. Schweres Polytrauma. Hirnstamm verletzt. Wochenlang im Koma. Nicht mehr sprechen können, pflegebedürftig wie ein Baby in Windeln. Nicht mehr gehen können. Heute zehn Jahre später ein bewundernswerter Kämpfer. Er kann mit Einschränkungen wieder sprechen und er übt laufen. In einer Urlaubsanlage in der es unzählige Stufen gibt und die für Menschen mit eingeschränkter Mobilität eine Herausforderung ist. Er wollte hierher. Er übt im Wasser und am Land. Er kommt ins Gespräch und sucht Kontakt. Er strahlt ungeheure Lebensfreude aus und genießt den Urlaub hier mit seinen Eltern. Es kann sein, dass er heut Nachmittag schon vergessen hat, dass wir soeben miteinander mal wieder nett geplaudert haben, weil sein Kurzzeitgedächtnis das nicht mehr schafft. Aber morgen wird er wieder freundlich herüber winken und mich erkennen. Ich hab großen Respekt vor dem Mut und vor dem Kampfgeist. Aber auch vor den Eltern, die unermüdlich mit ihm gehen. Und ich bin beeindruckt von seinem Lächeln und seiner Lebensfreude. Wie gut, ihm hier begegnet zu sein.

Zusatz: Nun am Ende des Urlaubs noch mehr beeindruckt von ihm und seinem Humor. Dankbar für die Zeit mit ihm und seinen Eltern. Ich freu mich darüber, dass wir in Kontakt bleiben wollen.  Ich hab viel nachgedacht in den letzten Tagen und ich bin mehr als berührt von all dem ,was einem so ein besonderer Mensch in herzlicher Begegnung alles aufzeigen kann. Und es war schön zu sehen, wie er mit seinem Humor so viele Menschen beeindruckt hat. Natürlich macht es auch nachdenklich zu sehen, wie schwer sich manche Menschen immer wieder tun, wenn einem etwas fremd erscheint. Körperliche Beeinträchtigungen zählen halt auch dazu und irritieren schnell einmal. menschen werden unsicher oder sind überfordert. Aber es zeigt eben auch wieder einmal auf, dass man nur in der Begegnung und im Zugehen auf den anderen das Fremde überwinden kann und die eigenen Unicherheiten überwinden kann, um zu erkennen, dass oftmals wir „gesunden“ die sind, die behindern….


Musik….sommersanft…..

Musik kann ein wahres Geschenk sein… versinken in den Melodien…. sich davon tragen lassen von den Klängen…. eins werden mit der Musik….Bilder entstehen lassen und darin spazieren gehen….loslassen….den Alltag hinter sich lassen….eintauchen in neue Bilder- und Klangwelten…. tanzen…sich frei fühlen….aufatmen….

Manchmal ist es ein Impuls, der einen im Geschäft nach einer CD greifen lässt…..machmal ist es ein Mensch, der seine eigene Musik macht und Texte dazu schreibt und dieser Mensch macht Lust auf seine Musik…. manchmal sind es Ausschnitte, die man im Vorbeigehen hört und die einen nicht mehr loslassen, sodass man sich auf die Suche nach dieser Musik macht….manchmal ist es das eigenen Musizieren, das zur Freude für einen selber und die anderen wird und manchmal ist es Musik, die einem einfach geschenkt wird.  So geschehen. Heute. Und ich freu mich drüber. Sehr.

CD Tipp: Quadro Nuevo, Antakya  …. ein wunderbares Geschenk… danke dafür.


gastbeitrag :)

Ein Gastbeitrag. hm. man wird eingladen und gefragt, ob man nicht Lust hätte an einem Projekt mitzuschreiben bzw. einen Gastbeitrag zu verfassen. Das Projekt nennt sich Sommerworte und ist eine Idee von Dominik Leitner (bekannt auch als @just4ikarus ), dessen Texte und Gedanken  ich jedem/ jeder nur wärmstens empfehlen kann.

Nun, der Gastbeitrag ist fertig und auch veröffentlicht 🙂

Wen’s interessiert, was dabei rauskam, der möge bitte unter Küchengedanken nachblättern. Viel Vergnügen.

 


gemeistert…..

Es ist geschafft. Nach 3 Jahren nun am Ziel angelangt. Studium abgeschlossen, Urkunde überreicht, Titel verliehen bekommen. Fertig.

So zumindest das offizielle Prozedere. Aber ganz so ratzfatz geht das dann doch nicht.

Ich ertappe mich immer wieder dabei, auf die Urkundenrolle zu schauen und mit Erstaunen festzustellen, dass auf diesem Batt Papier tatsächlich mein Name steht. Ich bin also nun Master. Ich hab mein Studium neben dem Berufsalltag und dem tagtäglichen Wahnsinn in den letzten 3 Jahren gemeistert.

Unzählige Stunden Arbeit, Nachtschichten, Wochenenden, Feiertage, mehr oder weniger durchgearbeitete Ferien liegen hinter mir. Momente, in denen ich kurz vor dem Aufgaben war, finden sich auch darunter, Augenblicke, in denen ich mich gefragt hab, ob der Preis nicht zu hoch ist. Aber natürlich gibt es auch sehr viel Schönes aus diesen Studienjahren. Neue Freundschaften, neue Kontakte im beruflichen Netzwerk, interessante Inhalte, horizonterweiternde Auseinandersetzungen, neu erworbenes Wissen, vertiefte Erkenntnisse, intensive Auseinandersetzung mit meinem Masterthesenthema, unzählige gute Gespräche und viele schöne Begegnungen. Und über allem das Wissen, von Menschen, die mein Leben bereichern und mir ihre Liebe schenken, in diesen Jahren bedingungslos begleitet worden zu sein. So viel Ermutigung, Unterstützung, Mitdenken, Herausfordern, den Rücken stärken, Verständnis haben, meine Launen ertragen etc.

Ich bin dankbar. Unglaublich dankbar für all das. Für das Schwierige genauso wie für all das Bereichernde.

Und jetzt sitze ich hier und vor mir liegt sie. die große Freizeit. Keine Hektik, kein vollgestopfter Terminkalender, kein Abgabestress, kein Berufsstress, kein Druck….einfach freie Zeit. Urlaub. Auftanken. Seele baumeln lassen. Leben.

Und ja, ein wenig ist mir bang davor. Denn bei all dem ist nun ja auch Leere dabei. Leere, die einerseits gut tut aber die andererseits auch (nach und nach!!) irgendwann wieder gefüllt werden will…neue Aufgaben, die hoffentlich anstehen werden, neue Ideen und Projekte, die in die Tat umgesetzt werden wollen. Aber zuerst ist nun mal Pause angesagt…..und ich denk mal, das ist wie Radfahren….man verlernt’s ja nicht wie das mit Erholung und so funktioniert, oder?  😉

In diesem Sinne: ab in den Liegestuhl……….