Urlaubsbekanntschaft

Ein junger Mann. 38 Jahre. Vor zehn Jahren in Italien verunglückt, als er  jemand anderem helfen wollte. Schweres Polytrauma. Hirnstamm verletzt. Wochenlang im Koma. Nicht mehr sprechen können, pflegebedürftig wie ein Baby in Windeln. Nicht mehr gehen können. Heute zehn Jahre später ein bewundernswerter Kämpfer. Er kann mit Einschränkungen wieder sprechen und er übt laufen. In einer Urlaubsanlage in der es unzählige Stufen gibt und die für Menschen mit eingeschränkter Mobilität eine Herausforderung ist. Er wollte hierher. Er übt im Wasser und am Land. Er kommt ins Gespräch und sucht Kontakt. Er strahlt ungeheure Lebensfreude aus und genießt den Urlaub hier mit seinen Eltern. Es kann sein, dass er heut Nachmittag schon vergessen hat, dass wir soeben miteinander mal wieder nett geplaudert haben, weil sein Kurzzeitgedächtnis das nicht mehr schafft. Aber morgen wird er wieder freundlich herüber winken und mich erkennen. Ich hab großen Respekt vor dem Mut und vor dem Kampfgeist. Aber auch vor den Eltern, die unermüdlich mit ihm gehen. Und ich bin beeindruckt von seinem Lächeln und seiner Lebensfreude. Wie gut, ihm hier begegnet zu sein.

Zusatz: Nun am Ende des Urlaubs noch mehr beeindruckt von ihm und seinem Humor. Dankbar für die Zeit mit ihm und seinen Eltern. Ich freu mich darüber, dass wir in Kontakt bleiben wollen.  Ich hab viel nachgedacht in den letzten Tagen und ich bin mehr als berührt von all dem ,was einem so ein besonderer Mensch in herzlicher Begegnung alles aufzeigen kann. Und es war schön zu sehen, wie er mit seinem Humor so viele Menschen beeindruckt hat. Natürlich macht es auch nachdenklich zu sehen, wie schwer sich manche Menschen immer wieder tun, wenn einem etwas fremd erscheint. Körperliche Beeinträchtigungen zählen halt auch dazu und irritieren schnell einmal. menschen werden unsicher oder sind überfordert. Aber es zeigt eben auch wieder einmal auf, dass man nur in der Begegnung und im Zugehen auf den anderen das Fremde überwinden kann und die eigenen Unicherheiten überwinden kann, um zu erkennen, dass oftmals wir „gesunden“ die sind, die behindern….

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Über borsetta

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