Die Kuchenprinzessin

Es war einmal ein kleines Dorf an einem großen Fluß. Dort lebte Sunny und das ganze Dorf war sehr glücklich darüber, dass das so war. Sunny war eine ganz besondere junge Frau, die es immer wieder schaffte, die Menschen zu erfreuen und vor allem zusammen an einen Tisch zu bringen. Sunny hatte da ihre ganz eigenen Methode, sie war eine leidenschaftliche Kuchenbäckerin und stand oft den ganzen Tag in ihrer Küche und der Backofen lief auf Hochbetrieb. Da konnte es schon mal vorkommen, wenn man überraschend bei ihr auftauchte, dass sie ein wenig Zucker auf der Nasenspitze oder Schokolade an den Fingern hatte. Aber das war den Leuten eigentlich egal, machte es Sunny doch nur noch liebenswerter. Und außerdem waren ja ohnehin alle immer neugierig, was sie denn wieder in ihrer Küche gezaubert hatte. Da gab es wirklich immer wieder allerhand zu bestaunen, große Kuchen,kleine Kuchen, herrlich verzierte Torten, zuckersüßes Gebäck und noch viel, viel mehr. Sunny teilte ihre Kunstwerke auch von Herzen gerne mit anderen Menschen. Wo immer man Süßes brauchte, Sunny war zur Stelle und brachte gerne etwas mit und sie freute sich, wenn die Menschen vor Verzückung ihre Augen rollten und alle möglichen Aaaaaaaaahs und Ooooooooohs durch den Raum gingen, wenn der erste Bissen gegessen war. Sunny lehnte sich dann immer genüsslich zurück und beobachtete, was geschah. Und es geschah immer wieder das gleiche. Die Menschen kamen von allen möglichen Ecken zusammen, waren teilweise erschöpft, weil sie von der Arbeit kamen, waren missmutig, weil irgendwas nicht gut gelaufen war, waren zerstritten wegen irgendwelcher Kleinigkeiten oder waren oft einfach scheu, weil gar so viele fremde Menschen an einem Tisch saßen. Und dann kam Sunny. Egal ob bei ihr zu Hause oder wo anders. Sie stellte ihre Torten, Kuchen und Gebäckstücke auf den Tisch und die Menschen bedienten sich und gar seltsames konnte man beobachten. Kaum hatten sie ein Stück Torte gegessen, begannen sich die Leute zu entspannen, ihre Geschichtszüge wurden lockerer, ja, man konnte sogar manchmal sowas wie ein Lächeln entdecken. Die Leute lehnten sich gemütlich zurück und man höre und staune, sie begannen miteinander zu reden. Sie kamen ins Gespräch und begannen sich zu unterhalten. Oftmals stellten sie Gemeinsamkeiten fest, fanden Themen, die sie alle interessierten und so wurde innerhalb kürzester Zeit oft eine gesellige Runde aus den anfangs Fremden. Und immer wieder fragten sich die Menschen,warum das bei Sunny so herrlich klappte. Man musste sich einfach wohl fühlen in ihrer Gesellschaft und mit ihren herrlichen Schleckereien. Sunny wurde oft gefragt, wie sie das denn anstellte, ob sie ein Geheimmittel hätte, aber sie schüttelte immer nur den Kopf und schwieg. Insgeheim lächelte sie, denn es sollte ja keiner ihr kleines Geheimnis erfahren.

Sunny war eine Kuchenprinzessin und nur solche hatten eine geheime Zutat, die sie in ihre Kuchen und Torten mischten. Es war ein feines weißes Pulver, das alle Kuchenprinzessinnen bekamen, wenn sie volljährig wurden. Jede Kuchenprinzessin hielt das Pulver in einem Beutelchen in ihrer Küche versteckt.  Kuchenprinzessinnen lernten schon als kleine Mädchen, dass dieses Pulver sehr wertvoll war. Wenn man es nämlich in richtiger und guter Absicht verwendete, dann ging es niemals zu Ende. Sunny hütete ihr Pulverbeutelchen sehr und sie überlegt immer gut, wann sie ein wenig davon in den Kuchen gab. Und sie hatte feines Gespür entwickelt und erwischte immer die richtige Dosis zum richtigen Zeitpunkt. Aber das war ja ihr kleines Geheimnis. Sie freute sich einfach nur, wenn sie abends wieder einmal zufrieden feststellen konnte, dass Menschen zueinander gefunden hatten und ins Gespräch gekommen waren. Ihre Tür stand immer offen und es war auch nicht weiter verwunderlich, dass in ihrer Küche ein großer Tisch stand, wo immer Leute saßen, um sich mit ihr zu unterhalten.

Und auch das Dorf war zufrieden und freute sich, denn alle wussten, solang Sunny mit ihren Mehlspeisen bei ihnen blieb, gab es immer einen Ort, an dem man zusammenkommen konnte und an dem Menschen sich wohlfühlten. Ja, so sind sie eben die Kuchenprinzessinnen. Und wenn ihr nun denkt, das ist ja wie bei uns zu Hause, dann kann das ja daran liegen, dass es auch bei euch zu Haus so eine feine Kuchenprinzessin gibt. Ihr braucht jetzt gar nicht nach dem Beutelchen suchen, denn Kuchenprinzessinnen verstecken die immer sehr gut, glaubt mir, ich weiß das……. 😉

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