Jahreswechsel

Ein wenig ungläubig schau ich heute auf den Kalender. Es kann ja doch nicht sein, dass schon wieder ein ganzes Jahr um ist. Ich kann mich erinnern, dass ich immer schmunzeln musste, wenn Leute früher, als ich noch jünger war, meinten: „Je älter man wird, desto schneller vergeht die Zeit.“ Und heute sitz ich da und frag mich, wo die Tage geblieben sind. Das Jahr ist irgendwie verflogen…..

Vielleicht liegt es auch daran, weil es mit vielen wichtigen Momenten angefüllt war.

Da gab es im ersten Viertel des Jahres den absoluten Masterthesenwahnsinn…. Druck, Stress, Panik, das Gefühl, es nie im Leben rechtzeitig zu schaffen, Selbstzweifel und Anspannung pur gepaart mit unglaublich interessanter Arbeit, Lust am Entwickeln der Module und interessanten Begegnungen.

Dann Mitte April endlich die Erlösung, das Ding war fertig und eingereicht. Zur Belohnung gab’s einen Kurzurlaub in Budapest. Herrlich entspannte Tage und Stunden.

Das zweite Viertel des Jahres war angefüllt mit Schulalltag, Stress und Sorge um eine Schülerin, viel Neues und viel Organisationskram, da ich einen neuen Chef bekommen hab und der einen völlig anderen Arbeitsstil hat als sein Vorgänger. Zwischendurch immer mal wieder der Gedanke an die Defensio und am Schluss überschlugen sich die Dinge ohnehin wieder. Schulschluss, Notenkonferenzen, Prüfungen und die eigene Diplomprüfung quasi nebenbei. Eine unglaubliche Erleichterung machte sich am 28. Juni abends breit. Es war also tatsächlich geschafft, nach 3 Jahren nebenberuflichem Studium, unzähligen Seminarwochenenden, -zig Seminararbeiten und Referaten, viel Stress und Anspannung aber nun endlich am Ziel angelangt, die Sponsion stand ins Haus.Ein netter Zufall fügte, dass die Sponsion mit meinem Geburtstag zusammenfiel und ich den Tag mit Menschen verbringen konnte, die mir sehr nah sind.

Der Sommer war herrlich entspannt. Ein wunderbarer Urlaub auf Brac machte den Anfang. Herrliche Landschaft, ein tolles Hotel und freundliche Menschen. Und dazu noch das Geschenk, Uwe und seinen Eltern kennengelernt zu haben. Ein junger Mann, ein Kämpfer, der sich nach seiner Zeit im Koma wieder zurückkämpft ins Leben, und das wirklich mit Erfolg. Ich freu mich unglaublich über diese Begegnung und die nette Freundschaft, die daraus wächst. Im Sommer dann noch ein Besuch bei den weltbesten Ungerers in Kitzingen…. gemütliche Tage in einem offenen, quirligen Haus, liebe Menschen und wohltuende Atmosphäre. Zwischendurch immer wieder draußen sein, Sonne tanken so gut es geht, wenngleich das Wetter erst im August eher freundlich wurde. Sommer… Sonne….Licht… den ganzen Tag draußen sein können, meinen mir eigenen Rhythmus leben dürfen, das ist für mich der Luxus pur. Viele Besuche bereicherten den Sommer…. aus Deutschland, Kanada und Moskau. Besonders war es auch für mich, einen Tag mit meinen besten Freunden, die mit ihren Kindern seit einigen Jahren wieder in England leben, in Mauthausen verbringen zu können.  Mauthausen ist in diesem Jahr ein wichtiger Ort geworden, viele gute Begegnungen in diesem Zusammenhang fanden statt…. der Tag mit den Freunden und Bekannten aus Wien, der Tag mit den Freunden aus England, die Stunden, die ich dort vor Ort allein verbracht habe, die Gespräche, die ich mit Menschen führte, die Tagung im Herbst samt der Begegnung und den so bereichernden Gesprächen mit Rex Bloomstein.

Und so bin ich mitten im dritten Viertel des Jahres gelandet. Der Herbst war geprägt von meinem Bedürfnis nach Ruhe, nach Erholung, nach Pausen und deshalb hab ich mir so manchen freien sonnigen Herbstnachmittag in Aschach an der Donau oder auch schon mal am Traunsee gegönnt. Natur genießen, draußen sein, das Herbstlicht, die Farben und die angenehmen Temperaturen. Ferienende und ein Besuch bei einer lieben Freundin in Niederösterreich. Ein Herzenswunsch, der mir damit erfüllt wurde. Schulbeginn und dann  immer wieder Schul- und Arbeitsalltag. Und endlich wieder etwas nur für mich tun, nämlich Flamenco zu tanzen. Seit September steht am  Mittwoch Abend Flamenco im Kalender und ich genieße diese Stunden sehr. Abschalten, mit der Musik Eins werden, den Rhythmus erspüren, sich mittragen lassen, den Alltag vergessen und Energie tanken. Geerdet sein und sich seiner selbst bewusst. Aufrecht stehen und wissen, dass es gut ist, dass man da ist. Eine herrliche Erfahrung mit einer motivierenden Lehrerin, die ich unglaublich schätzen gelernt habe.

Das letzte Viertel des Jahres war angefüllt mit Arbeit, Arbeit, Arbeit….. kaum ein Tag verging, an dem ich das Gefühl hatte, mal wirklich das vorgenommene Pensum erledigt zu haben. Ständig kam etwas Neues hinzu und die Energien wurden spürbar weniger. Zwischendurch eine kleine Oase zum Auftanken…. ein paar Tage in Bad Ischl. Ein Ort, den ich so sehr ins Herz geschlossen hab und an dem ich mich unglaublich wohlfühle. Die Heilkraft der Sole hat das ihre dazu beigetragen und so konnt ich die Tage genießen. Der Dezember hat es neben all dem Arbeitsalltagswahnsinn wirklich gut mit mir gemeint. Schöne Begegnungen, die Geburtstagsfeier meiner 94 jährigen Tante im Kreis der Familie, das Wiedersehen mit Jackie, ein „Überlebender“ und mittlerweile guter Freund aus London und letztlich nun die Tage in Tirol und vor allem aber in Südtirol. Loslassen, Auftanken und Aufatmen zum Jahressende. Mit einem Lächeln und schönen Erinnerungen das alte Jahr beenden und in das neue hineingehen, das fühlt sich gut an und dafür bin ich sehr dankbar.

Das neue Jahr könnte ein spannendes werden, mal sehen, was  genau noch daraus werden wird…. ich wär bereit dafür 😉

Aber bevor’s ans Durchstarten geht, erst mal einen Espresso trinken…. ihr kennt mich doch 😉

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Über borsetta

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