Monatsarchiv: August 2012

Bildbetrachtung

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Was sieht man auf dem Bild? Hm, mich erinnert’s irgendwie an eine Giraffe und wenn’s nicht so ärgerlich wär, würd ich schmunzeln. Das ist natürlich keine Giraffe sondern Gartendekor. Bei genauerer Betrachtung wird man aber stutzig. Also ich zumindest. Das Ding war bisher eng mit meinem Flieder befreundet und hat deswegen vor ihm seinen bevorzugten Platz gefunden. Da steht/stand das Ding einige Jahre nun fröhlich herum und streckte sich kerzengerade in den Himmel. Ja und genau hier ist der Haken. Als ich heut mittag in den Garten ging, stand es eben nicht mehr kerzengerade sondern so verbogen, wie nun zu sehen und die Halterung (die U Klammer) war abgetreten. Nun ist das aber nicht einfach dünner Draht sondern eine massive Eisenstange. Ich kann sie nicht einfach so verbiegen. Daraus muss ich wohl schließen, dass des nachtens jemand in meinen Garten geht und mit aller Kraft, gezielt und bewusst gegen diese Stange tritt und sie beschädigt und verbiegt.
Nun ist mein Garten nicht einfach für jedermann von der Straße aus zugänglich sondern die Gärten sind entweder nur von den Wohneinheiten aus zugänglich oder aber über einen versperrten Laubengang, für den man einen Hausschlüssel benötigt.
Ich bin im Moment schon sehr nachdenklich. Ich komm mit den Nachbarn im Allgemeinen recht gut aus, es gibt keinen Streit, viele von denen sehe ich auch kaum. Und nun frag ich mich natürlich, wer steigt in meinen Garten ein und macht sowas? Ja klar, ich weiß, dass Vandalismus immer mehr wird und beinahe schon zum Alltag gehört, das erleb ich im Job oft genug. Aber ich geb zu, es fühlt sich nicht sonderlich gut an zu wissen, dass da jemand herumschleicht und Schaden anrichtet. Stimmt, so ein Gartendekordingens ist kein Beinbruch, aber wie geht das weiter? Und wiegesagt, man kann bei uns hier nicht einfach schnell mal so rein spazieren. Ich gras in Gedanken alle Nachbarn ab und überleg wer mich da ärgern möchte oder wer sich so über mich ärgert, dass er / sie ganz schön viel Kraft aufwendet, um Schaden anzurichten.

Das bzw. Der Einzige, der mir einfällt, ist ein ehemaliger Schüler, der hier im Haus wohnt. Seinen besten Freund hatte ich auch und der Herr (der beste Freund eben) war nie sonderlich gut auf mich zu sprechen, weil er es als Schüler nicht geschafft hat, mich auszuhebeln. Ich hab mir da schon so manches vom obersten Balkon an Beschimpfung anhören müssen, wenn er in früheren Jahren zu Besuch war. Allein schon die Tatsache, dass ich ernsthaft darüber nachdenke, ob ehemalige Schüler mir schaden wollen lässt mich wütend werden, das kann’s doch echt nicht sein. Und gleichzeitig fällt mir der Satz eines Kollegen ein, der über einen seiner Schüler heuer meinte: Durchfallen lassen sollt ich den wohl nicht, da hab ich viel zu viel Angst davor, dass der mir mein Auto zerkratzt. Und allen, die jetzt den Kopf schütteln und meinen, das sei Blödsinn, muss ich leider sagen, dass das unsere Realität ist. Unsere Autos sind tatsächlich nicht gefeit vor Kratzern und die Kollegen, die’s schon erwischt hat, wissen, wie bescheiden sich das anfühlt. Bei den Kratzern ist meist offensichtlich, dass ein Schlüssel im Spiel war. Zerstochene Reifen sind uns auch nicht neu. In den Garagen bzw. Carports aber auch am helllichten Tag vor der Schule.

Was will ich damit sagen? Wo entwickeln wir uns hin,wenn es immer selbstverständlicher und „cooler“ wird, seiner Stimmung Luft zu machen, indem man Dinge beschädigt? Sachbeschädigung und Vandalismus wird oftmals viel zu sehr Bagatellisiert und fällt wohl häufig unter Kavaliersdelikt. Ach, wir haben eh eine gute Versicherung hört man oft als Reaktion von Eltern, deren kids in der Schule oder am Gemeindegrund etwas mutwillig beschädigt haben.

Mir geht’s auf jeden Fall grad nicht sehr gut damit. Ich nehm außerdem auch ein mulmiges Gefühl wahr, wie das hier weitergehen wird, ob’s eine Fortsetzung gibt oder ob es beim einmaligen Schadensfall bleibt? Ja, das Ding ist nicht wertvoll, das stimmt. Und damit hab ich auch kein Problem. Aber die aggressive Energie, die man benötigt, eine halbwegs dicke Eisenstange zu verbiegen, die erschreckt mich……..

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Sommer

Es hat was unglaublich befriedigendes im Hochsommer in einem Garten stehen zu können und zu ernten, was die Natur an Früchten und Gemüsen einem anbietet…Zucchini, Tomaten, Kräuter, rote Ribisel, schwarze Ribisel, Himbeeren… Ja, klar, das ganze Ernten ist auch mit ein wenig Mühe verbunden, die Stachelbeersträucher haben fette Stachel und pieksen tierisch, das Ribisel zupfen bringt rote Saftfinger und heiß is es auch meistens, sodass sich die eine oder andere Bremse noch dazugesellt aber dennoch, es ist herrlich…. Und dann ab in die Küche und alles gleich verarbeiten…halt, ein Zwischenstopp auf der Terrasse ist drinn, denn die Stachelbeeren und Ribisel müssen ja zuerst geputzt und entstielt werden …das geht in recht ruhiger, meditativer weise nebst Kaffee 🙂 da kann man fein den eigenen Gedanken dabei nachhängen….. Die Küche durchzieht dann schon bald ein Duft von Chutneys, Marmeladen und Säften und am Abend freut man sich dann wirklich über reiche Ernte. Wie schade, dass es so viele Menschen gibt, die diese Erfahrung nie machen können. Es fühlt sich einfach gut an, am Abend mit stachelbeerzerstochenen und vom Ribiselsaft geröteten Fingern so ein Blogpost schreiben zu können und noch besser wird die frische Marmelade morgen beim Frühstück sein. Auf dass der Sommer noch reiche Ernte bringen werde…….

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