Monatsarchiv: Juni 2013

Regenbogenhund

Erinnert ihr euch noch an Finbar den Barden? Ja genau, der, der so viele Menschen mit seiner Musik und mit seinen Worten erfreut Der, der uns selbst im dunkelsten Grau immer wieder zusagt, dass irgendwas blühen wird und der damit so oft wieder Farbe und Licht in unser Leben zaubert.

Nun, diesem Finbar ist grad ganz grau zumute und sein Herz ist schwer. Finbar hat doch da so einen wunderbaren Kameraden, seinen Hund, Herrn Bud. Die beiden sind ja jahrelang durch dick und dünn gewandert und geben ein unschlagbares Team ab. Keiner kann sich ein Leben ohne den anderen vorstellen und alle, die die beiden kennen und liebhaben, sehen das genauso. Herr Bud war aber in letzter Zeit ein wenig nachdenklich und wurde immer ruhiger und Finbar, der sich zunächst nur ein wenig gewundert hatte, wurde richtig mulmig zumute. Er ahnte, dass da etwas kommen könnte, was ihm so gar nicht gefallen würde. Eines Tages war es dann auch tatsächlich soweit. Herr Bud und Finbar waren mal wieder allein unterwegs über die Felder, als Herr Bud sich plötzlich hinsetzte und zu Finbar sagte, „Hör mal, wir müssen reden. Ich muss dir da was sagen“ Finbar erschrak ein wenig, weil er den Ernst in Herrn Buds Stimme erkannte. „Was ist los, mein Freund?“  Und so kam es, dass Herr Bud Finbar nun erzählte, was er schon eine Weile vor sich her schob. Herr Bud erzählte nämlich, dass die Zeit gekommen ist, und er am anderen Ende des Regenbogens gebraucht werde. Ihr könnt euch vorstellen, wie sehr Finbar erschrak. Seine erste Frage war sofort, wann Herr Bud denn dann wieder käme. Noch dachte Finbar, Herr Bud müsse am anderen Ende des Regenbogens nur mal kurz aushelfen und käme dann wieder zurück zu ihm. Alles andere wäre ja auch absurd und unvorstellbarst. Aber Herr Bud schüttelte nur leise seinen Kopf, seufzte tief und legt den Kopf auf seine Pfoten. Die beiden schwiegen erst mal eine Weile miteinander. Herr Bud spürte genau, dass es Finbar bei dem Gedanken, ohne seinen weltbesten Freund durchs Leben gehen zu müssen, fast das Herz zerriss. Aber Herr Bud wusste auch, dass es keine andere Lösung gab, er wurde am anderen Ende des Regenbogens dringend gebraucht. Herr Bud versuchte mit seiner sanften dunklen Brummstimme Finbar ein wenig zu beruhigen Er erklärte ihm, dass er ja nicht völlig verschwinden werde, sondern ohnehin im Herzen immer in seiner Nähe bliebe und dass sie beide immer miteinander verbunden blieben, da jeder ein Teil vom anderen geworden war. Das tröstete Finbar aber gar nicht und im Moment waren seine Augen einfach blind vor Tränen, weil er jetzt schon wusste, dass es so vieles gab, was er vermissen würde. All die schönen Stunden, die weiten Spaziergänge, das gemeinsame Herumbasteln an den Liedtexten, das Aufeinanderhören, das Miteinandersein, das Lachen, das Blödeln, das Weinen, ach, wie sollte das alles nur ohne ihn werden.

Herr Bud war aber, wie wir alle wissen, ein äußerst kluger Hund und er hatte sich da auch schon etwas ausgedacht. Vor nicht allzulanger Zeit hatte er eingefädelt, dass Finbar mit seiner Frau eine junge Dame kennenlernten. Eine junge Hundedame. Eine, die sogar ein klitzekleinwenig das Funkeln in den Augen hatte, das Finbar bei Herrn Bud so liebte. Finbar war gleich hin und weg und machte sofort Pläne, denn Herr Bud hatte in früheren Jahren ja auch eine Gefährtin und so dachte er nun, da Herr Bud in die Jahre gekommen war, wär es doch nochmal nett, wenn er so einer kleinen jungen Hundedame als Lehrer zu Seite stehen könnte. Schlau gemacht, lieber Herr Bud dein Plan ging auf. Finbar organisierte alles und kaufte ein und wartet nun auf den Tag, an dem die kleine Hundedame ankommen würde. Herr Bud war unendlich froh drüber, dass sein Plan aufgegangen war und er nun wusste, dass Finbar zwar unendlich traurig sein würde, aber dass schon bald wieder lustiges Hundegebell durch die ganze Karawane tönen würde. Herrn Bud fiel es nämlich alles andere als leicht, Finbar zurückzulassen, aber er wusste und vor allem er spürte, dass es an der Zeit war und deshalb machte er sich eines Tages still und heimlich auf die Reise.

Lieber Herr Bud, auf dass du es auf der anderen Seite des Regenbogens mindestens so schön haben wirst, wie bei Finbar und seinen Lieben, das wünschen wir dir. Es ist schön zu wissen, dass du von dort immer wieder ein Auge auf Finbar wirfst und du auf ihn aufpasst. Und ach ja, liebe kleine Hundedame, auch du wirst deinen Teil dazu beitragen, dass Herrn Buds Plan aufgeht und unser Finbar bald wieder lachen kann. Wir wünschen es ihm…….

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