Monatsarchiv: Dezember 2016

Nikolaus

Gleich mal vorweg ich bin Nikolausfan. Bekennender. War schon als kleines Kind fasziniert von dem Mann mit Rauschebart, dessen Stimme so sehr an meinen Papa erinnerte, aber mein Papa hat den Besuch des Nikolaus zu meinem Ärgernis ja immer verpasst, er kam da jedesmal zufällig zu spät vom Dienst nach Haus…..

Nun gut. Es wurden viele Nikolaussackerl heute verteilt und es gab viele strahlende Gesichter. Auch ich hab mich über meine schon sehr gefreut heut. Dienstag ist ja auch immer mein „Mutterhaustag“ – soll heißen, da bin ich am Nachmittag nicht in der Schule sondern im Büro im Mutterhaus. Und da sitz ich also am späten Nachmittag so am Computer und tippe fröhlich vor mich hin (und genieße Ruhe und Stille) da klopft was an der Tür. Erster Gedanke, ah die Putzfrau kehrt draußen schon zusammen. Es klopft nochmal, diesmal hartnäckiger. Oh, da will wer zu mir. Also Tür auf.

Und dann steht er da. Der Nikolaus. Groß, langer Rauschebart, schönes Kleid mit schönem Umhang, eine goldene Mitra mit bunten Steinen und natürlich ein Bischofsstab. Schwester Floriberta, die den Nikolaus begleitet, kann sich ein Grinsen nicht mehr verkneifen, kein Wunder, wenn man mich so mit offenem Mund und großen staunenden Augen da stehen sieht. Der Nikolaus schlägt sein goldenes Buch auf und sucht meinen Namen. Und dann beginnt er zu erzählen. Das, was ihm Schwestern über mich erzählt haben. Und ich steh da. Gänsehautfeeling. So viel Wertschätzung, soviel Anerkennung für meine Arbeit und so viel Rückenstärkung für den weiteren Weg. Ich antworte artig auf die Fragen und ertappe mich dabei, wieder Kind geworden zu sein. Verlegen und mit roten Wangen steh ich aufgeregt da und hab Mühe, meine Rührung zu beherrschen, als mir der Nikolaus aus seiner Tasche Schokolade schenkt.

Der Nikolaus muss wieder weiter. Die Tür schließt sich wieder und ich steh allein im Büro. Mit einem Herzen angefüllt bis obenhin mit Freude und Dankbarkeit. Was ist das doch für ein Geschenk, wenn Menschen einander so wichtig nehmen, dass sie sich so viel Mühe machen. Erwartungslos. Bedingungslos. Nur der Sache wegen.Die Liebe, die diese Schwestern (die Franziskanerinnen von Vöcklabruck) schenken, lässt Menschen heil werden. Ganz tief innen drinnen, dort, wo wir es alle am Nötigsten haben.

Danke, lieber Nikolaus für dieses überraschende Wiedersehen nach gut 40 Jahren. Du hast dich kaum verändert……

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