attimo

diese wertvollen augenblicke,
an denen man das leben einfrieren
und die zeit still stehen lassen möchte,
weil sich alles gerade so leicht und richtig anfühlt.

die starre des winters weicht aus meinem körper, meiner seele,
die sonne hat mich wieder.
einem gemalten bild gleich möchte
ich diesen moment des erkennens festhalten
einem gemälde gleich ihn immer wieder betrachten
und trotzdem lasse ich los
und treibe weiter im strom der zeit
gehalten und getragen vom licht,
gehalten und getragen von einem anderen bild in mir,
dem ich so unendlich dankbar bin, dass es ist.

ein bild, das sich immer wieder verändert
und mir dennoch vertraut ist,
ein bild, das mich meine eigene lebendigkeit spüren lässt,
das mich sein lässt und mich begleitet,
gleich einem kompass,
ein bild, auf das ich nach all den jahren
Immer wieder mit dankbarkeit und freude schaue.
dein bild.

(Wort 4 und 5 von [*txt])

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Schulleiterinnenglücksgedanken

Krankenstände bringen es so mit sich, dass man relativ viel Zeit zum Nachdenken hat. So war das auch bei mir in den letzten Tagen. Nicht, dass ich nicht selber genug Stoff hätt, um den meine Gedanken kreisen könnten, aber die letzten Tage hat Schule mich mal wieder sehr beschäftigt. Schule und Schule leiten. Was mich zu diesem Nachdenken brachte, war diese furchtbare, unfassbare Tragödie des Flugzeugabsturzes der Germanwings Maschine über Frankreich und die traurige Tatsache, dass dabei auch eine Schüler/innengruppe mit ihren beiden Lehrerinnen ums Leben kamen. Meine Gedanken waren ganz viel bei dem Schulleiterkollegen in Deutschland, den ich natürlich nicht persönlich kenne, aber dessen Beruf mir so vertraut ist und ich maße mir an zu sagen, dessen Denken mir ein wenig vertraut ist. Über den Alptraum, den er persönlich als Leiter der Schule erlebt, mag ich gar kein Wort verlieren (und bitte nicht missverstehen, ich vergleiche hier keine Alpträume, all dem kann man angesichts der Unfassbarkeit der Tragödie sowieso nicht gerecht werden…)
Aber dennoch lässt die Frage mich nicht los, was braucht eine Schulgemeinschaft, um so ein Unglück gemeinsam tragen zu können.

Seit drei Jahren nun leite ich also eine Schule. Ich bin verantwortlich für…. naja kurzgesagt für fast alles, für Stundenpläne, Diensteinteilungen, Personalentwicklung, Budgets, Abrechnungen, Einkäufe, Gebäude Instandhaltung, Schulentwicklung und und und. Manchmal fordert der Job total, manchmal überfordert er auch und die Bürokratie verschlingt mich, dann gäbe ich ein Königreich für ein Sekretariat, für einen Administrator etc. Aber Gott sei Dank gibt es jede Menge anderer Tage….. Ich mach meinen Job unglaublich gerne, ich fühl mich verantwortlich für eine gute Lern- und Arbeitsatmosphäre für die 300 Kinder und meine 30 Kollegen. Ich fühl mich gemeinsam mit den beiden anderen Leiterkollegen verantwortlich für eine gute Atmosphäre am ganzen Campus – das sind dann in etwa 1000 Kinder und Jugendliche und in etwa 130 Mitarbeiter/innen (inklusive Hortpädagoginnen, Reinigungszauberfeen, unersetzbarem Hausmeister etc)
Ich leg mein Herzblut in diese Arbeit, bilde mich weiter, informiere mich, habe immer eine offene Tür, will da sein, hellhörig sein, will zuhören, trösten, planen, verändern, neue Wege beschreiten, Entwicklungen fördern und dafür Sorgen, dass Kinder in vier Jahren an unserer Schule jede Menge positive Erfahrungen machen und lernen, dass es okay ist, so zu sein, wie man eben ist, ob mit oder ohne handicap, Migrationshintergrund, Sommersprossen etc.
Zwischendurch gibt es immer wieder Momente, in denen das System „Schule und Bildung in Österreich“ mich lähmt und ich große Zweifel habe an dem, was ich tue.
Und dann gibt es Tage wie heute. Um 11 Uhr hat sich heute die ganze Rasselbande bei uns im Festsaal zur ersten Schulversammlung getroffen. Und da sitz ich dann so auf den obersten Stufen zur Bühne und schau auf 300 lachende Kindergesichter, die vor mir auf dem Boden sitzen und merke, wie ich kurz um Fassung ringe, weil der Gedanke „das sind alles ‚meine'“ mich total berührt. Und ich sag zu den Kindern, wie gern ich dieses Bild mag und dass es schön ist, sagen zu dürfen „alles meine“ …..und sie jubeln und applaudieren….. Wir laden die Geburtstagskinder des Monat März ein, aufzustehen und singen ein „Wie schön, dass du geboren bist“ und es freuen sich die großen und die kleinen Geburtstagskinder. Wir laden ein zu einer Lobrunde, Lehrer/innen loben Schüler dafür, dass sie ihnen was erklärt haben im Bereich Technik, oder dass sie bei der Durchführung von Schulveranstaltungen so tatkräftig mithalfen. Schüler/innen loben andere Schüler/innen für Unterstützung, für gemeinsame Projekte, Schüler/innen loben eine Lehrerin, die spontan eingesprungen ist und somit eine Schulveranstaltung gerettet hat und und und…… Und dann singen 72 Erstklassler für uns alle noch ein Lied. „Freunde, wie wir….“ ….. Und dann schicken wir sie alle in die Ferien, der Festsaal leert sich, es wird wieder still, ich bleib noch ein Moment auf der Bühne sitzen. Ein Kollege geht vorbei und sagt: „Gut, dass du wieder da bist.“

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Abgrundtief

Ich wage mich vor
an den abgrund meiner seele
und blicke hinunter
in das schier endlose dunkel.

ich konzentriere meinen blick
und durchdringe die nacht.
Ich begegne dem fremden,
das dennoch ein teil von mir ist.

ich erkenne
meine wut, meine ohnmacht und
auch meinen hass.
sie kauern unsicher und zerzaust
in der hintersten ecke
des dunkels.

lange bleibe ich stehen und betrachte
stumm, was diese grenze mir zeigt.
doch ich laufe nicht weg,
ich beuge mich tief und reiche die hand
meiner wut, meiner ohnmacht und auch dem hass.

sie kommen zaghaft nach vorne und treten
ins licht. sie verlieren ihren schrecken
und ich nehme sie an.
ungern, aber bewusst und wissend,
dass sie vervollkommnen die, die ich bin.

abgrundtief. das dritte wort. [*.txt] http://neonwilderness.net/2015/02/18/das-dritte-wort-txt/

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Wunschfrau

den sekundenbruchteil des augenblicks, wenn dein lächeln mich findet
den freudigen flügelschlag des schmetterlings, wenn die sonne den saum seiner flügel berührt
das leise lachen des windes, wenn er sich in unseren haaren verfängt,
den weichen klang der erde, wenn kleine füße sie berühren,
die sanfte klarheit des regens, der alle unsicherheit wegwäscht,
die bergende wärme deiner nähe,
das aufgeregte rascheln der blätter bevor sie sich auf ihre reise begeben,
die geheimnisvollen gärten in den gründen unserer seele,
das prächtige farbenspiel der rosen im garten der erinnerung,
das leidenschaftliche lied der wellen, das uns an den strãnden unserer meere erwartet.

was mehr könnte ich mir wünschen, außer vielleicht die nährende stille deiner gegenwart täglich neu zu erkennen.

[ projekt *.text, Wort 2 „wünschen“ http://neonwilderness.net/2015/01/28/das-zweite-wort-txt/ ]

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Sehr geehrte Frau Ministerin….oder so.

Den Medien entnehme ich wieder einmal die frohe Kunde, dass es Neuerungen im Bildungsbereich geben soll. Da lese ich zum Beispiel von Mindestgrößen einer Schule in der Sekundarstufe und denk mir noch frisch fröhlich, dass es sich um einen Ziffernsturz handeln muss und vermutlich 30 Schüler/innen statt 300 heißen muss.

Nun, ich werde eines besseren belehrt, da in allen möglichen Printmedien darüber berichtet wird und immer wieder die Zahl 300 als Mindestmaß erwähnt wird. Es besteht noch Hoffnung, dass es sich um eine Zeitungsente handelt oder der 1. April vorverlegt wird, denn alles andere müsste ich Ihnen, liebe Frau Ministerin, als bedenkliche Ahnungslosigkeit unterstellen.

Zugegeben, der Gedanke, sich beruflich neu zu orientieren mag seinen Reiz haben, Sie verzeihen mir die Ironie, denn ich leite selber eine Schule mit derzeit „nur“ 290 Schüler/innen, aber eigentlich mache ich meinen Job doch recht gerne.
Also gut, für Sie ist z.B eine Neue Mittelschule bis 300 Schüler/innen also eine kleine Schule. Das verwundert mich ein wenig, da eine Schule mit 300 Kindern bedeutet, dass sie 12 klassig ist und in jeder Klasse 25 Schüler/innen sind. Ungefähr 25 – 30 Kolleg/innen – je nachdem wieviele Teilzeit unterrichten – unterrichten an so einer Schule und der administrative Aufwand für eine Schule dieser Größe hat es durchaus in sich, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Ich erlaube mir hier anzumerken, dass es in den Neuen Mittelschulen für Schulleiter/innen keine Sekretär/innen oder Administrator/innen gibt, sondern wir Schulleiter/innen vor Ort jeweils One Man bzw. One Woman Shows sind, manchmal ist man geneigt zu sagen, dass wir „Mädchen für alles sind“, wir erledigen alles von A wie Amtsschriften bis Z wie Zielformulierung im Entwicklungsplan für die kommenden Jahre und ich erspare mir für alle weiteren Buchstaben etwas aufzuzählen. Eigentlich wäre ich froh, davon ausgehen zu können, dass Sie als Ministerin den Arbeitsalltag einer Schulleiterin in einer Pflichtschule kennen würden.  Jean- Jacques Rousseau formulierte einst so treffend „Um die Menschen kennen zu lernen, muss man sie handeln sehen.“ Ich hege jedoch die Befürchtung, dass diejenigen, die in unseren Schulen vor Ort arbeiten und daher die eigentlichen Bildungsexperten sind, wesentlich weniger Kontakt und Gesprächs- bzw. Austauschmöglichkeiten mit Ihnen und Ihren Mitarbeiter/innen haben, als jene, die sich selbst zu Bildungsexperten ernannt haben oder von ihren Parteien und / oder Interessensvertretungen  dazu ernannt wurden.

Mag sein, dass diese Bildungsexperten, so wie auch Sie, liebe Frau Ministerin, einmal unterrichtet haben. Gut. Grundsätzlich. Aber lassen wir doch bitte nicht außer Acht, dass die Schule und vor allem die Gesellschaft sich im letzten Jahrzehnt massiv gewandelt hat und diese geänderten Ansprüche und Bedürfnisse der Menschen sich auch in unseren Schulen wider spiegelt. Die Herausforderungen sind intensiver und mehr geworden, die Stellung von Schule, Bildung und vor allem die der Lehrerschaft in der öffentlichen Wahrnehmung hat sich radikal verändert und so weiter und so fort, aber das ist ja nun nicht Gegenstand meiner momentanen Betrachtungen.

Derzeit bin ich als Schulleiterin in der Lage sagen zu können, dass ich alle meine Schüler/innen kenne, dass es mir ein Stück weit möglich ist, ihnen gut zu begegnen, ich komme in die Klassen zu Vertretungsstunden, ich kann das eine oder andere Gespräch bei mir in der Direktion führen oder ich setze mich hinaus zu den Kindern, da es vor meinem Büro einen Aufenthaltsbereich gibt, der gerne für Freistunden oder Hausübungen etc. genutzt wird. An meiner Schule unterrichten 30 Lehrer/innen und ich schaffe es so gerade noch, zu allen persönlichen Kontakt zu halten, mich in der Pause zu ihnen an den Kommunikationstisch zu setzen und Kaffee zu trinken, ein offenes Ohr für persönliche Anliegen und Nöte zu haben und so weiter. All das lässt sich natürlich eher selten in einer 40 Stunden Woche unterbringen und der Großteil meiner Arbeitswochen weist ein erhebliches Potential an Überstunden auf, was letztlich aber ohnehin hinfällig ist, weil ich ja ein Fixum verdiene.

Heute entnehme ich den Medien nun, dass Sie, liebe Frau Ministerin, sich missverstanden fühlen und nur die Verwaltungseinheiten umstrukturieren wollen. Sie rudern also zurück, wie man den Zeitungen entnehmen kann. Da werden Sie nun wahrscheinlich viel mehr Applaus ernten in der Öffentlichkeit.

Gestern waren doch viele entsetzt, denn was würde Ihre Idee der Mindestzahl 300 in eher ländlichen Regionen bedeuten? Da ist es jetzt schon oft so, dass Kinder um 06:00 das Haus verlassen, um den Schulbus zu erwischen, der sie dann in die Schulen bringt und das würde ja wohl bedeuten, dass eben jene Kinder noch weitere Schulwege in Kauf nehmen müssten. In manchen Bezirken wären Ihrer Rechnung nach zum Beispiel von derzeit angenommen bestehenden 15 Mittelschulen 12 zu schließen, weil sie keine 300 Schüler/innen aufweisen. Das sind Schulen in denen hervorragend gearbeitet wird, in denen Pädagog/innen Räume für Kinder schaffen, in denen diese sich entwickeln können, ihren eigenen Weg finden können und wo sich Pädagog/innen darauf einlassen, professionelle Beziehung zu ihren Schüler/innen zu leben. Das alles erfordert viel Kraft, Engagement, Motivation und Energie und ich kann mir gut vorstellen, wie betroffen so manche Kollegen gewesen sein werden, wenn sie den Medien entnehmen, dass Sie an Schulschließungen denken. Wir Leiter/innen sind immer wieder angehalten, unsere Mitarbeiter/innen zu motivieren und positiv zu bestärken in diesen schwierigen Zeiten. Ich gebe ehrlich zu, dass Sie damit keinen guten Beitrag dazu geleistet haben.

Also gut, ich rudere nun mit Ihnen zurück und will einmal glauben, auch wenn es schwer fällt, dass Sie missverstanden worden sind. Es geht Ihnen darum, die Verwaltung von Schulen zusammenzulegen. Klar, nix einfacher als das, ein Schulleiter, der eine Schule schafft, schafft natürlich auch zwei. Vermutlich nähern wir uns gerade des Pudels Kern. Müsste die eigentliche Frage denn nicht lauten, wie es sein kann, dass sich in der heutigen Zeit kaum mehr Lehrer/innen bereiterklären einen Schulleiterposten zu übernehmen? Gab es da früher noch Auswahlverfahren für Mitbewerber, so muss man heute an vielen Standorten schon sehr intensiv suchen, um überhaupt eine Person zu finden, die eine Schulleitung einer Neuen Mittelschule übernehmen möchte. Die Gründe dafür sind mannigfaltig, allerdings hören will sie auf den höheren Ebenen eher niemand.

Ich muss ja immer noch schmunzeln, wenn man in meinem Freundeskreis meint, dass ich nun als Schulleiterin ja dem mittleren Management angehöre und so ja wohl recht gut verdienen würde. Bitte missverstehen Sie mich nicht, mein Gehalt als Lehrer/in ist durchaus ein feines. Allerdings sollte man vielleicht in der Öffentlichkeit auch ein wenig bekannter machen, dass man als Schulleiter/in nur unwesentlich mehr verdient, als die Lehrer, aber der Arbeitsaufwand und vor allem die Verantwortung wirklich beachtlich mehr ist. Die Leiterzulage in den APS (allgemeine Pflichtschulen) beträgt derzeit ca. 300 bis 900 € brutto (!!), je nach Schulgröße.  Es ist also nicht verwunderlich, bei all dem, was uns Schulleitern derzeit aufbgebürdet wird, dass sich viele das sehr gut überlegen. Es sagt sich „von Oben herab“ immer so schön, dass wieder etwas der Schulautonomie übergeben wird und die Entscheidungsfreiheit dann bei den Direktor/innen vor Ort liegt, es wär aber auch gut zu sagen, dass diese angebliche Autonomie immer zu Lasten anderer Stunden, anderer Mitarbeiter und letztlich zu Lasten der Qualität geht.

Schulen der Zukunft brauchen Professionalität. Wie Einstein schon sagte, ist es Unfug, die Probleme, die es gibt, mit den gleichen Denkweisen lösen zu wollen, die sie verursacht haben. Ich bin immer wieder überrascht, mit welcher Vehemenz man in der Politik nach Gründen sucht, anstatt Wege zu finden. Wer will, der sucht Wege, wer nicht will, Gründe. Ein schöner, weiser Spruch, wie ich finde.

Schulen der Zukunft sollten von Innovation geprägt sein anstatt von Standardisierung und Konformität, sie sollten nicht mehr Lehrplan- zentriert sein, sondern Lerner-zentriert. Professionalität fordert, dass wir , die wir Verantwortung tragen – und da meine ich alle Ebenen – uns zutrauen, Verantwortung zu übernehmen und Prozesse zu steuern. Veränderungen bringen Unsicherheiten und Ängste, keine Frage, daher bedarf es auf allen Ebenen Führungspersönlichkeiten, die mit der Komplexität der Sache bestens vertraut sind und mit genau diesen Unsicherheiten umgehen, indem sie ihren Unternehmensgeist und ihre Begeisterung für die Sache sichtbar machen und vor allem, in dem sie mit großer Wertschätzung an die Aufgaben herangehen. Wertschätzend wäre es zum Beispiel, sich einmal die Mühe zu machen, eine Woche lang den Arbeitsalltag an einer Pflichtschule (eigentlich an jeder Schule, aber man bzw. ich hab halt manchmal den Eindruck, dass gerade in der Politik nur die AHS bekannt ist) mitzuerleben. Schulen der Zukunft brauchen echte Autonomie, sie brauchen selbstdenkende Menschen mit einem gesunden Maß an Urteilskraft. Schulen der Zukunft fordern von uns Mut, Persönlichkeit und Entscheidungsfähigkeit und wir müssen endlich lernen, über die Vergangenheit hinwegzukommen und anzuerkennen, dass wir in einer Gesellschaft leben, die kulturelle Grenzüberschreitungen fordert, die Diversität als Chance versteht und die inklusiv anstatt eklusiv denkt.

Ja, es ist mir bewusst, dass dies alles eine gewaltige Baustelle darstellt, die keine schnellen Lösungen parat hält. Veränderungen brauchen Zeit und Raum. Und Veränderungen brauchen Entscheidungsträger, die allen wirtschaftlichen und politischen Interessen zum Trotz einzig und allein das Kind, den Menschen in den Mittelpunkt ihrer Entscheidungen stellen.

Ich wünsche Ihnen viel Weisheit und hoffe, dass Sie mutig genug sind, andere Wege einzuschlagen, als die, die  Ihnen von allen möglichen Seiten eingeflüstert werden.

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Gratwanderung

entgegen der angst
standhaft
sich wagen
hinaus in
den sturm.

verharren am schmalen grat
schwanken zwischen angst und zuversicht
die erde unter meinen füßen
spüren
sie trägt
die mächtigen bäume
tanzend im sturm

die natur feiert ihr fest
am schmalen grat
zwischen zerstören und schaffen
sie feiert sich selbst
in all ihrer größe und macht.

der sturm lädt mich ein
mit ihm zu tanzen
am schmalen grat
und ich lasse mich los
entgegen der angst
und falle hinein
in das lied, das er singt.

ich berge mich
in der umarmung der nacht
und spüre die erde
an meinen füßen
und sehe die bäume
sie lächeln mir zu.

ich nehme mich wahr
wehend im sturm
geerdet und ruhig
wandernd nach vorne
am schmalen grat
der leben verheißt.

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das erste wort von [*.txt], einem weiteren wunderbaren literaturprojekt von dominik leitner.

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Sommerworte

Es gibt Menschen, die haben tolle Ideen und setzen diese auch immer wieder in die Tat um.
Der Dominik Leitner (http://neonwilderness.net) ist so einer. In diesem Jahr gibt’s wieder Sommerworte und ich freue mich über seine Einladung zu einem Gastbeitrag.
Was daraus geworden ist, kann man nachlesen unter:

http://neonwilderness.net/2014/08/19/die-tage-vergehen/

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