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la primavera…..spring….le printemps….der Frühling…..

Ich gäb was drum, jetzt ein wenig durch englische Wälder streifen zu können….dort bietet sich im Frühjahr immer ein unglaublich schönes Farbenspiel nämlich dann, wenn die Bluebells erblühen…..das schaut dort dann ungefähr so aus:

Ich freu mich ja immer wie ein kleines Kind auf den Frühling – für mich eine der schönsten Jahreszeiten überhaupt.

Die Natur zeigt in ihrer ganzen Schönheit, was in ihr steckt…das unter der Erde pulsierende Leben entlädt sich in Farbfeuerwerken und Blütenteppichen. Das Leben wird wieder bunter und die Dunkelheit, die Kälte und vielleicht auch die Hoffnungslosigkeit des Winters sind durchbrochen.

An jedem Ast findet man sie nun, diese wunderschönen Blattknospen, die immer größer werden und schlussendlich sich entfalten und ihr frisches junges Grün zeigen. Man könnte fast meinen, die Natur erfreut sich an sich selber …die Vogelstimmenkonzerte sind eine schöne Begleitmusik dazu.

Mit offenen Augen durch die Welt gehen, sich hinunterbeugen und am ersten Gänseblümchen erfreuen, gelbe Huflattichblütenteppiche wahrnehmen, Krokuswiesen durchschreiten, Schneerosen betrachten, durch die Wälder mit ihrem Leberblümchen- und Lungenkrautblütenfloor streifen……Farben in sich aufsaugen, die Luft einatmen, durchatmen, das Alte ablegen und selber wieder neu werden. Kraft tanken, Energie aufladen…….in der Sonne stehen.

Mein Gott, so schön kann Leben sein……


Hops findet den Frühling

Vor langer Zeit lebte einst ein Kaufmann in einer Stadt weit weg von hier. Der Kaufmann war erfolgreich, geschäftstüchtig, gut drauf und manchmal auch ein kleines Schlitzohr und eigentlich waren alle recht zufrieden mit ihm.

Hops, der Kaufmann, war bei den Menschen recht beliebt, da er ständig einen lockeren Spruch auf den Lippen hatte und die Menschen damit zum Lachen brachte. Hops war auch ein ziemlicher Genussmensch und gönnte sich ab und an alles mögliche an guten Dingen. Hops hatte ein feines Haus und man könnte meinen, dass es nun ewig so weiterginge.Aber irgendwie tief innen drinnen war Hops unzufrieden.

Eines Tages  wachte Hops auf und dachte so bei sich, von heut an muss alles anders werden. Ich geb mir 100 Tage Zeit und in der Zeit kremple ich mein Leben um und alles wird anders.

Und Hops begann die Leute zu verblüffen, weil er plötzlich keine Schokolade mehr aß, er verzichtete auf guten Wein und allerhand andere Sachen, nur weil er sein Leben neu ordnen wollte.

Hops hatte einen ganz festen Plan im Kopf, wie er diese 100 Tage gestalten wollte und er war sich auch ganz sicher, dass er in der Zeit sein Leben total entrümpeln würde.

Aber Hops hatte nicht damit gerechnet, dass alles ganz anders kam, als er dachte. Eines Morgens wachte er auf und fühlte schon, dass das ein seltsamer Tag werden würde. Und in der Tat, es wurde ein seltsamer Tag. Hops ging wie üblich in eines seiner Geschäfte, um dort nach dem Rechten zu schauen. Er unterhielt sich mit den Kunden, verkaufte ein wenig hiervon und davon und bemerkte den alten Mann zunächst gar nicht, der sich schon eine ganze Weile im Geschäft aufhielt. Als Hops meinte, dass nun alle Kunden gegangen wären, drehte er sich um und erschrak ganz schön, als da in einer Ecke ein kleiner alter Mann stand. „Verzeihung, mein Herr, ich hab sie gar nicht gesehen, wie kann ich ihnen helfen“, meinte er freundlich. Der alte Mann kam ein wenig aus dem Dunkel hervor und ging auf Hops zu. „Hm, ein schönes Geschäft haben sie hier. Ist das ihr einziges?“ Und ehe sich Hops versah, begann er dem alten Mann zu erzählen, von seinen Geschäften, von seinem Leben, von seinen Plänen. Hops war selber ganz überrascht, kannte er den alten Mann doch eigenlich gar nicht. Als er mit dem Erzählen fertig war, erhob sich der alte Mann lächelnd, griff in seine Tasche und zog ein Buch heraus. „Das schenk ich ihnen“, meinte er, „vielen Dank für den schönen Nachmittag in ihrem Geschäft“. Und schon war er weg, der kleine alte Mann. Hops stand verdutzt in seinem Geschäft und blickte auf das Buch, das ihm der alte Mann geschenkt hatte. Es war ein ganz schlichtes altes Buch mit einem schönen roten Einband. Neugierig begann Hops drin zu blättern und er begann zu lesen. Und Hops vergaß pötzlich die Zeit um sich herum, so gefesselt war er von den Worten und Gedanken, die er da in dem Buch vorfand.

Und er setzte sich hin und las in dem Buch weiter und als Hops die letze Seite umblätterte, stellte er erstaunt fest, dass er den ganzen Abend und die ganze Nacht in seinem Geschäft gesessen war  und in diesem Buch gelesen hatte. Aber seltsam, Hops war kein bisschen müde – ganz im Gegenteil Er verspürte soviel Energie und Kraft wie schon lange nicht mehr. Und vor allem, er  wusste nun, dass er seinen 100 Tage Plan getrost über den Haufen werfen konnte, weil es etwas ganz anderes war, dass sein Leben verändern würde.

Hops ging sofort nach draußen und begann das umzusetzten, was er die ganze Nacht lang in seinem Buch gelesen hatte. Die Menschen waren teilweise sehr überrascht und irritiert, weil ihnen Hops heute so anders begegnete als sonst aber das war Hops egal. Und er begann sich zu verändern.

Von Tag zu Tag wurde er gelassener und fröhlicher. Er ließ so viele Dinge los, von denen er früher dachte, er könne nicht ohne sie sein. Seine Freunde und seine Familie dachten machmal schon, er sei völlig verrückt geworden – vor allem, wenn er wieder von dem alten Mann zu sprechen begann. Es schien ja fast, als hätten die beiden so etwas wie einen heimlichen Treffpunkt vereinbart, denn Hops erzählte immer wieder von neuen Begegnungen mit dem alten Mann und keiner wusste, wo Hops ihn traf. Aber das spielte keine Rolle. Hops lernte sich von Tag zu Tag selber besser kennen und er lernte zu verstehen, dass es gar nicht so viel zu einem glücklichen zufriedenen Leben brauchte und dass es oftmals nur drauf ankommt, selber Dinge zu verändern.

Hops gefiel der neue Hops recht gut und er fühlte sich wohl in seiner Haut. Er begab sich auf Reisen und schmiedete neue Pläne und selbst der tiefste Winter konnte Hops nichts mehr anhaben, denn er hatte etwas sehr spezielles entdeckt. Hops hatte den Frühling gefunden. Und wo? Ja, das war eben das besondere, Hops hatte entdeckt, dass der Frühling ganz tief in ihm drinnen wohnte und dass er selbst im tiefsten Winter Blüten hervorbrachte. Und so war es auch kein Wunder, dass Hops die Menschen zum Lächeln brachte und sie sich an ihm erfreuten, wann immer er an ihnen vorbeiging oder bei ihnen einkehrte. Die Menschen spürten,dass der Frühling nah war, wenn Hops nah war und so begannen sie von ihm zu lernen. Und je mehr sie von Hops lernten, desto besser ging es ihnen selber. Und so waren es immer mehr Menschen, die auch den kleinen alten Mann kennenlernten und bald wunderte sich niemand mehr, wenn Hops von ihm erzählte, denn sie kannten ihn ja nun selber und freuten sich jedesmal, ihm zu begegnen. Und der kleine alte Mann ging oftmals lächelnd durch das Dorf und freute sich über die Veränderungen die er dort wahrnehmen konnte. Und am meisten freute er sich über den Frühling, den man überall so herrlich verspüren konnte. Mitten im kalten Winter.