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Licht

Ich hab ein sehr besonderes Weihnachtsgeschenk bekommen.

Ein altes Stück Holz.

Was kann an so einem alten Stück Holz schon besonders sein?

Es ist nicht einfach irgendein Stück Holz sondern es ist ein Teil einer Fassdaube.

Diese Daube war einmal Teil eines Ganzen und ergab zusammen mit anderen ein altes Holzfass, das meinem  Großvater gehörte und das er immer für seinen Most verwendet hatte. Wir hatten dieses Fass vor einigen Jahren einem Freund der Familie weitergegeben und er hatte  die Idee, nachdem es als Fass nun ausgedient hat, es eben so noch weiterzuverwenden.

Für mich ist es ein besonderes Geschenk, weil es ein Stück Heimat darstellt. Eine greifbare Erinnerung an ein Zuhause, eine greifbare Erinnerung an zwei Menschen, die mir sehr sehr nahe waren – meine Großeltern.

Und eine greifbare Erinnerung an meine Wurzeln, an das wer ich bin und was ich bin und wer ich sein werde.

Ein altes Stück Holz. Mehr nicht.

Und dennoch wertvoller als mancher ahnen mag.

Berührt und dankbar ihm einen neuen Platz bei mir geben.


Meisen und andere Federtiere

Ich hab eine Meise.

hm, ja, eigentlich hab ich grad ganz viele Meisen und andere bunte Federtiere, die sich da draußen vor meinem Fenster vergnügen. Gut, jetzt is es schon ein wenig dunkel aber heut mittag hab ich ihnen eine ganze Weile zugeschaut.

Das sind für mich Kindheitserinnerungen erster Klasse. Im Winter mit meinem Großvater am Küchenfenster sitzen und draußen die  Vögel am Futterhäuschen beobachten. Dort gab es auch jede Menge unterschiedlicher Vögel. Neben allen möglichen Meisenarten gab’s noch Buchfinken, Rothkehlchen, Kleiber, Stieglitze und was weiß ich noch alles.  Ich hab diese Zeiten immer sehr genossen…..im Hintergrund die Küchengeräusche meiner Großmutter, die immer irgendwie am Braten, Backen oder Kochen war…dazwischen der Radio mit seinem immer und ewig gleich eingestellten Regionalsender und  dazu dieses Gefühl von Zuhause sein.

Gerade auch aus diesem Grund häng ich heute selber Meisenringe in den Garten. Da kann ich dann kurz einen Moment am Fenster stehen bleiben, die Vögel beobachten, die Augen schließen und das Gefühl von Zuhause und die Gegenwart meiner Großeltern spüren. Immer wieder auch nach all den Jahren, in denen sie schon nicht mehr sind.

Dankbar sein